Februar 16, 2012
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Energie/Rohstoffe von Redaktion

Energiewende in Dalkendorf ausgebremst?

Mit der Abwärme der örtlichen Biogasanlage will Dalkendorf die Häuser heizen. An lobenden Worten fehlt es nicht für diese Initiative, wohl aber an tatsächlicher Unterstützung.

Die Biogasanlage des örtlichen Landwirtschaftsbetriebs soll das Heizwerk des Dorfes werden. Doch beim Bau der Heizleitungen stellen sich Schwierigkeiten ein.  FOTO: Eberhard Rogmann
Die Biogasanlage des örtlichen Landwirtschaftsbetriebs soll das Heizwerk des Dorfes werden. Doch beim Bau der Heizleitungen stellen sich Schwierigkeiten ein. FOTO: Eberhard Rogmann
Dalkendorf (Eberhard Rogmann)  

Ist die von der Politik verkündete Energiewende hin zu regenerierbaren Quellen nur ein grünes Mäntelchen? Diese Frage stellen sich die Mitglieder der Wärmegenossenschaft Dalkendorf mit wachsender Besorgnis.
Im Sommer letzten Jahres nämlich hatten sie sich entschlossen, die Wärmeversorgung im Dorf aus eigenen Ressourcen zu sichern. Jedenfalls für die öffentlichen Einrichtungen wie Dorfgemeinschaftshaus, Feuerwehr, kommunale Wohnungen und etwa zwei Dutzend Privathäuser. Der Wärmelieferant steht am Ortsrand in Gestalt einer Biogasanlage. Die bei der Verstromung des Gases anfallende Wärme soll das Dorf beheizen. Die Dalkendorfer sahen sich vor einem halben Jahr noch voll im Öko-Trend und erhielten viel Zustimmung aus den Reihen der Politiker, die sich damals gerade im Wahlkampf befanden. Unterstützung wurde ihnen zugesagt und die brauchten sie auch. Denn das Schlüsselproblem war der Bau einer Versorgungsleitung, die die Wärme in die Häuser bringt.
Ein Investor fand sich nicht und so beschloss man, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen und gründete eine Genossenschaft. Als eine schier unüberwindliche Hürde für das Vorhaben erwies sich indes, eine Bank für die Finanzierung zu gewinnen. „Wir waren uns von Anfang an im Klaren, dass es nicht einfach sein würde, eine Bank zu finden. Denn Investitionen in ein solch innovatives Konzept stellen auch für eine Bank ein gewisses Risiko dar“, bekennt Thomas Groth als Sprecher der Genossenschaft.
Dass aber alle angesprochenen Banken eine so starke Zurückhaltung zeigten, erstaunt die Genossenschaftler sehr. Zumal sie ein Sechstel der Finanzierungssumme als Eigenkapital aufbringen. Darüber hinaus sei mit dem Betreiber der Biogasanlage ein Festpreis über 15 Jahre vereinbart, sodass die Kosten überschaubar kalkuliert werden können. „Hinzu kommt, das die Bank lediglich eine Zwischenfinanzierung sicher stellen muss, da uns vom Land Fördermittel in Höhe von 33 Prozent in Aussicht gestellt wurden“, fügt Groth an. Er verhehlt nicht, dass die Zeit drängt. In diesem Jahr nämlich sei eine Straßenbaumaßnahme geplant. Die Heiztrasse sollte in diesem Zuge mit verlegt werden, um die Kosten möglichst gering zu halten. Die Zeichen stehen derzeit nicht gut. „Wir sind nach wie vor mit Banken und Politikern im Gespräch. Aber wir treten auf der Stelle und es ist kein Fortschritt zu verzeichnen. Wir wollen die Energiewende in die Tat umsetzen und erfahren nicht die erforderliche Unterstützung“, konstatiert Groth.

 

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