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Fans reagieren entsetzt auf Gedankenspiele am Bergring

VonEberhard Rogmann

Die Wogen schlagen hoch nach der Äußerung des Bergring-Clubchefs, unter Umständen den Motocrossern auf der Rennbahn die Priorität zu geben. Fans protestieren.

Teterow.„Will Herr Schlaak den Bergring zur schnellsten Crossrennbahn Europas machen? Dann meutern wir.“ Die Reaktion aus dem Lager der Bergring-Fans kommt prompt. Auf einem Bauernhof bei Jördenstorf hat Andy N. sechs Freunde zusammengetrommelt, die über die Gedankenspiele des Clubvorsitzenden (der Nordkurier berichtete) genau so entsetzt sind wie er. Ihre Namen wollen die jungen Männer nicht öffentlich genannt wissen. Sie befürchten, dass dies Sanktionen für Rennfahrernach sich ziehen könnte, hinter denen sie stehen. In der Sache sind sie sich einig: Der Bergring Teterow hat eine ruhmvolle Tradition im Langbahnsport – das muss so bleiben. „Hier kommt doch kein Besucher aus Bayern her, um ein Motocross-Rennen zu sehen.“ Danny schüttelt den Kopf. Er gibt zu bedenken, dass die Crosser seinerzeit als Rahmenveranstaltung ins Programm aufgenommen wurden. Wer Motocross-Rennen sehen will, der fahre zum Echoberg nach Tessin.
Markenzeichen des Bergrings seien Motorradrennen auf der Grasbahn. Und dies seit 1930. Die Fahrer auf den Solo-Maschinen bis 500 ccm werden hier nicht umsonst als „Königsklasse“ bezeichnet. „Das ist kein werbewirksames Etikett, das ihnen auf die Schnelle aufgeklebt wird, wie es anderswo mittlerweile gang und gäbe ist. Diesen Ehrentitel haben sich die Sportler über viele Jahre hart erkämpft und redlich verdient.“ Ihre Wettkämpfe machten den besonderen Reiz der Bergring-Rennen aus.
Das habe der Clubchef doch selbst erlebt, führen die Fans ins Feld. Denn am Pfingstsonntag hatten Tausende trotz erheblicher Verzögerungen im Rennablauf am Ring ausgeharrt, bis der Gewinner des Bergring-Pokals unter den Startern auf den 500 ccm-Solomaschinen gekürt war. Dass dabei zwei Fahrer auf den Start verzichteten, nehmen die Fans hin. Sicherheit habe ohne Wenn und Aber Vorrang.

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