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Flut-Gefahr ist noch längst nicht gebannt

Hochwasser auf dem Platz des Friedens in Teterow? Diesmal nur eine Rohrnetzspülung.  FOTO: Sebastian Engel
Hochwasser auf dem Platz des Friedens in Teterow? Diesmal nur eine Rohrnetzspülung. FOTO: Sebastian Engel

VonEberhard Rogmann

Diverse Maßnahmen des Hochwasserschutzes sind seit dem Hochwasser von 2011 in Teterow im Gespräch. Getan hat sich bis heute jedoch kaum etwas.

Teterow.Bilder überfluteter Straßen, unter Wasser stehende Häuser, Menschen, die bis an ihre physischen Grenzen gegen Wassermassen ankämpfen – diese Bilder beherrschen seit dem Wochenende die Nachrichten. Bei den Teterowern wecken sie Erinnerungen, die gerade mal zwei Jahre zurück liegen. Im Juli 2011 überflutete ein Sturzregen das Schlosshotel in Teschow. Auch drohte derTeterowerMühlenteich überzulaufen und die nördliche Altstadt unter Wasser zu setzen. Tagelang pumpte die Feuerwehr.
Dieser Tage hatte Teterow offenbar Glück: Die angekündigten Regenfälle blieben aus, das Tief zog 200 Kilometer südlicher seine Bahn. Denn die angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Stadt sind auch nach zwei Jahren nicht realisiert. Das räumt Dr. Christina Fähnrich, Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbandes Teterower Peene, freimütig ein. „Wir hatten vor, die Wiesen hinter dem Stadtpark als Überflutungsareal anzulegen. Hier sollte der
Köthelsche Bach im Falle von Hochwasser einen natürlichen Pufferspeicher finden, um so den engen Durchfluss am Mühlenteich zu entlasten“, schildert Frau Fähnrich. Nach einem Gespräch mit den Anrainern, dazu gehört die Kleingartenanlage Behnkenkamp, habe sie jedoch Abstand davon genommen. Es hatte mehrere Ablehnungen Betroffener gegeben. „Ein behördliches Verfahren wollen wir aber nicht einleiten, um das durchzusetzen. Denn erstens funktioniert es auf natürliche Weise. Zum anderen bekundeten die Anlieger auf der anderen Seite des Baches an der Langhäger Chaussee ihr Interesse für so ein gesichertes Überflutungsareal“, ergänzte Dr. Fähnrich. Das werde nun weiter verfolgt.
Ebenso die bauliche Erweiterung der Einläufe an beiden Abflüssen des Mühlenteiches. Diese sollen so modifiziert werden, dass ein Stau von Schwemmgut verhindert wird und das Wasser ungehindert abfließen kann. Vorgesehen ist im Rahmen der Seesanierung ebenfalls, den Mühlenteich zu entschlammen (der Nordkurier berichtete). Diese Arbeiten haben sich etwas verzögert, stehen aber bevor. Für den Hochwasserschutz ist diese Maßnahme laut Dr. Fähnrich allerdings von untergeordneter Bedeutung, da der Teich aufgrund seiner geringen Ausdehnung als Speichergewässer keinerlei Bedeutung habe.

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