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Gutshäuser widerspiegeln Geschichte ganzer Dörfer

VonEberhard Rogmann

Reich gesegnet mit Gutshäusern ist die Mecklenburgische Schweiz. Manche stehen im öffentlichen Fokus, doch viele führen ein Dasein in aller Stille.

Teterow.Burg Schlitz, Schloss Basedow, das Landhotel Schloss Teschow – sie gehören zu den Markenzeichen der Region. Aber wer kennt schon die Gutshäuser in Bobbin oder Schwiessel, um nur zwei Beispiele zu nennen. Der Teterower Ulrich Meyn gehört wohl zu den wenigen Einheimischen, die fast jedes dieser architektonischen Erbstücke auf dem Lande in Augenschein nahmen. Das hat einen simplen Grund. In den Jahren 2006/7 erkundete er mit dem Architekten Anselm Wolter von der Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung und Nutzung der Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern auf ausgedehnten Touren die Region. Diese dienten einem einzigen Zweck – einer Bestandsaufnahme der Schlösser und Herrenhäuser. Derer gibt es allein im Altkreis Teterow drei Dutzend. Dem Hobbyfotografen Ulrich Meyn fiel dabei die Aufgabe zu, die Gebäude abzulichten.
„Wir waren von März bis Juni unterwegs, einmal in der Woche. Herr Wolter hatte zuvor historische und architektonische Recherchen betrieben. So waren wir bestens vorbereitet. Dennoch erlebten wir so manche Überraschung“, erinnert sich Ulrich Meyn. So empfand er es erschreckend, wie schnell der Verfall voranschreitet, wenn ein Gebäude verwaist und schadhaft sich selbst überlassen bleibt. Die Ruinen in Rey und Großen Luckow stehen beispielhaft dafür. Schwer vorstellbar, dass dort noch etwas zu retten ist. Zum Glück gibt es Gegenbeispiele. „Es ist erstaunlich, mit welchem Engagement so mancher neue Besitzer an die Sanierung der alten Bausubstanz ging und welche Kleinode entstanden“, bekundet Meyn. Rensow, Lühburg oder Bobbin wären hier zu nennen. „Aber auch etliche Gemeinden haben in die Instandsetzung investiert. Man schaue nur nach Wasdow oder Viecheln.“ Was den Teterower bei seinen Touren überraschte, ist die architektonische Vielfalt. Sie reicht von schlichten Fachwerk- oder Ziegelbauten bis zu reich verzierten Schlössern. Man findet Spuren, die ins Mittelalter reichen und Zeugnisse jüngster Geschichte.

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e.rogmann@nordkurier.de

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