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Hausmannskost aus dem Gutshaus

VonEckhard Kruse

Seit zehn Jahren betreibt Hannelore Schlafmann die Gaststätte samt Pension im Briggower Gutshaus. Doch wie geht es 2014 weiter?

Briggow.Wenn gegen 11 Uhr die beiden Autos die Essen ausliefern, dann ist für Hannelore Schlafmann und ihre Tochter Sandra der halbe Tag schon gelaufen. 50 bis 60 Mittagessen sind gekocht und eingefüllt. Hannelore Schlafmann wartet dann, bis die ersten Mittagsgäste kommen. Sandra Schlafmann und ihr Vater Dieter starten hingegen ihre Mittagstour. „Mein Mann fährt seine Runde über Sülten, Krummsee, Kittendorf und Bredenfelde“, erläutert die Inhaberin. Ihre Tochter beliefere Betriebe und Senioren in Jürgenstorf und Stavenhagen mit guter Hausmannskost.
Da stehen jeden Tag zwei Wahlessen auf der Karte. Es locken u.a. Wrucken-Eintopf, Jägerpfanne mit Reis, Schnitzel und auch mal Bami Goreng, Grießbrei oder Pellkartoffeln. Die Gerichte kochen die beiden Frauen jeden Tag frisch. Mittlerweile seit zehn Jahren. Denn am 1. Juni 2003 übernahm die Frau aus Sülten Küche, Gastraum und die acht Pensionszimmer. „Ich habe mir alles selbst beigebracht“, erläutert die gelernte Krippenerzieherin.
Damit das Essen pünktlich auf dem Tisch steht, starten die Frauen jeden Tag um 7.30 Uhr mit den Vorbereitungen. Wenn Übernachtungsgäste da sind, beginnen sie schon um 6 Uhr. Dann wird zuerst Frühstück gemacht.
Momentan hat Hannelore Schlafmann einen österreichischen Dauergast. „Neulich war eine dänische Jägergruppe hier“, erzählt sie. Und hin und wieder nutzen Durchreisende die Zimmer, um für eine Nacht auszuspannen. „Es gibt auch Zeiten, da könnte ich mehr Zimmer belegen, als ich habe.“
In all den Jahren hat es Hannelore Schlafmann nie bereut, sich selbstständig gemacht zu haben. Sie schloss einen Pachtvertrag mit der Gemeinde, der das Haus gehört und die es in Schuss hält. „Es war eine schöne Zeit. Auch wenn sie voller Arbeit war und wir wenig Freizeit hatten“, sagt sie. Denn nach ein paar Nachmittagsfreistunden geht es um 17.30 Uhr weiter. Die Gaststube steht Hungrigen offen. Und bis 20 Uhr hat jedermann Zeit, hier auch ein Bier zu trinken und sich mit Bekannten zu treffen.
Bis vor wenigen Monaten waren auch die Kellerräume belegt. Doch die Staubsaugerfirma zog Anfang des Jahres aus. So gibt es nur noch das Gemeindebüro im Untergeschoss.
Und dann muss man gespannt sein, wie es nach dem Dezember dieses Jahres in Briggow weiter geht. Denn Hannelore Schlafmann wird 65 Jahre alt. Ich werde aufhören, sagte sie. Die Tochter tritt nicht in ihre Fußstapfen. Und so hat die Gemeinde die schwierige Aufgabe, einen Nachfolger zu finden, damit das Gutshaus nicht leer steht.

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e.kruse@nordkurier.de

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