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Immobilienpleite: Opferverband dringt auf Aufnahme der Strafverfolgung

VonEberhard Rogmann

Die gerichtliche Aufarbeitung der Pleite vonImmobilienfonds der Volkssolidarität (VS) zieht sich zäh hin.

Teterow/Güstrow.Ein Erfolg sieht anders aus. Nur ein Kläger von vier kann vor Gericht eine Wiedergutmachung des erlittenen Verlustes durch Insolvenz eines Immobilienfonds der Volkssolidarität erstreiten. 100000 Euro zuzüglich Zinsen muss der VS-Kreisverband Bad Doberan/Rostock dem Geschädigten laut Gerichtsurteil zahlen. Drei weitere Klagen hat das Landgericht Rostock abgewiesen. Die Richter sahen keine Veranlassung, die Kreisverbände oder gar den Landes- beziehungsweise Bundesverband in Haftung für die Fondsgesellschaften zu nehmen.
Doch die Pleite der Fonds, die rund 1600 Geschädigte um etwa 9,5 Millionen Einlagen brachten, wird die Gerichte weiterhin beschäftigen. Mehr als 20 Klagen liegen noch am Landgericht in Rostock vor.
Doch auch die strafrechtliche Verantwortung für diesen spektakulären Fall soll erneut thematisiert werden. Einen der Drahtzieher des Immobiliengeschäftes, den Güstrower Lothar V., hatte das Gericht im vergangenen Jahr als nicht verhandlungsfähig erklärt (der Nordkurier berichtete). Grund für diese Entscheidung war eine attestierte Erkrankung an Demenz. Dagegen geht nun der Opferverband an. Laut Gottfried Hörnig vom Interessenverband der Geschädigten gibt es Indizien, die Zweifel an einer Verhandlungsunfähigkeit wecken. So sei beobachtet worden, dass der Betreffende regelmäßig einen Pkw im öffentlichen Straßenverkehr lenkt. Entsprechende Hinweise ergingen an die Staatsanwaltschaft Rostock wie ans Landgericht. Von dort verlautet, dass eine Strafverfolgung wieder aufgenommen würde, sollte sich die attestierte Demenz nicht bestätigen.

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