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Ist der Straßenlärm in der Stadt den Malchinern etwa egal?

VonIris Diessner

Krach macht krank. Die Kommune muss etwas dagegen unternehmen. Dazu will sie aber die Meinung der Bürger wissen.

Malchin.Eine gut besuchte Einwohnerversammlung sieht anders aus. Malchins Bürgermeister Jörg Lange, Stadtrat Jochen Banek und Roland Jennerjahn vom Bauamt schauen etwas ungläubig in den Rathaussaal. Kein einziger Malchiner ist gekommen, um sich über den Lärmaktionsplan zu informieren.
Dabei sei die Mitwirkung der Einwohner daran ausdrücklich erwünscht, betont Jochen Banek. Zum Hintergrund: Zur Bekämpfung von Lärm hat die Europäische Union Vorschriften erlassen, nach denen Lärmbelastungen erfasst und Aktionspläne dagegen erstellt werden. „Für Malchin steht fest, dass die Hauptlärmquelle in der Stadt die B 104 innerorts ist“, erklärt der Stadtrat. Zwischen 9000 und 11000 Fahrzeuge passieren die B 104 in Malchin, weiß Roland Jennerjahn. Dabei wurden tagsüber zwischen 63 und 65 Dezibel gemessen und nachts immerhin noch 57. Das liege über den zulässigen Werten für Wohngebiete. 429 Malchiner seien unmittelbar betroffen. „Umso unverständlicher, dass niemand heute den Weg hierher gefunden hat“, meint Jochen Banek. Nur ein Einwohner habe Interesse bekundet, konnte aber den Termin nicht wahrnehmen. „Schade, denn wir möchten auf jeden Fall, dass wir unseren Lärmaktionsplan gemeinsam mit den Bürgern erarbeiten“, bekräftigt der Stadtrat. In der Verwaltung sei man sich einig, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts auf der B 104 das Mittel der Wahl sei. „Die Stadt hat bereits im Mai des vergangenen Jahres einen Antrag gestellt, nachts eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h für Lkw zu erwirken“, setzt Jochen Banek hinzu. Die Straße sei bereits saniert, einen besseren Fahrbahnbelag gebe es nicht. Aber vielleicht hätten die Malchiner noch Vorschläge, die könnten jederzeit im Bauamt bei Roland Jennerjahn abgegeben werden. Auch eine zweite Einwohnerversammlung werde es geben – dann hoffentlich mit Malchinern.

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