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Japanische Baukunst ziert mecklenburgische Landschaft

Der Künstler Mitsuo Fukada (links) und Steinmetzmeister Suminori Awata bei der Arbeit im Deutsch-japanischen Hain am Schloss Mitsuko in Todendorf.  FOTO: Eberhard Rogmann
Der Künstler Mitsuo Fukada (links) und Steinmetzmeister Suminori Awata bei der Arbeit im Deutsch-japanischen Hain am Schloss Mitsuko in Todendorf. FOTO: Eberhard Rogmann

VonEberhard Rogmann

Ein einzigartiges Bauwerk entsteht im Hain am Schloss Mitsuko. Drei Japaner errichten hier die erste Anoushuzumi-Mauer in Europa.

Todendorf.Steinbauten in einem Land zu errichten, dass immerwährend von Erdbeben erschüttert wird, verlangt nach besonderer Technologie. Das japanische Familienunternehmen Awata hat eine über 600 Jahre reichende Tradition der Steinmetzkunst. In diesen Tagen konnte man dem Meister Suminori Awata sowie dem Künstler Mitsuo Fukada zusehen, wie sie im Deutsch-Japanischen Hain am Schloss Mitsuko in Todendorf eine so genannte Anoushuzumi-Mauer errichteten. Das Baumaterial sind unbehauene Feldsteine. Die Mauer wird aus großen und kleinen Steinen einfach geschichtet. Die Steine werden dabei so gefügt, dass eine kompakte Wand mit relativ glatter Oberfläche ohne größere Spalten entsteht.
Wenn man den drei Japanern – den genannten Meistern steht Yoshitaka Sekiguchi als Assistent zur Seite – bei der Arbeit zusieht, fällt der ruhige Fluss ihrer Bewegungen auf. Treffsicher wählen sie aus dem Haufen des bereit liegenden Materials gerade den Stein aus, der als nächster genau passt. Viele Worte sind da nicht vonnöten. Es hat den Anschein, als sei alles bereits vorher genau vermessen und sortiert worden. Doch dieser Schein trügt. Vielmehr offenbart sich hier die Jahrhunderte alte Erfahrung und Tradition sowie künstlerische Meisterschaft. Das einzig moderne Indiz dabei ist der Kran, dessen sich die Baumeister bedienen, um die schweren Brocken zu bewegen. Ist der Bau an sich ein Kunstwerk, ist seine Einbettung in die mecklenburgische Parklandschaft es nicht minder.
Der Öffentlichkeit vorgestellt wird die Anoushuzumi-Mauer, es ist die einzige ihrer Art in Europa, am Sonnabend, dem 18. Mai anlässlich der Vernissage zu Fukudas Ausstellung „Stein, Wasser und Erde“ im Schloss Mitsuko. Die Arbeiten Fukadas symbolisieren den Kreislauf des Wassers auf ungewöhnliche Weise. So formt der Künstler aus Glas Wassertropfen, die auf Fels prallen, auf dem Stein ruhen, von dort wieder als Dampf aufsteigen.

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e.rogmann@nordkurier.de

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