Er freut sich auf die neue Herausforderung: Der Jördenstorfer Pastor Daniel Havemann geht für zwei Monate nach Columbus in Ohio. FOTO: Pagenkopf
Von unserem Redaktionsmitglied Simone Pagenkopf
Gastdozent auf Zeit wird Daniel Havemann in wenigen Tagen sein. Er freut sich auf diese Herausforderung und auf viele Begegnungen.
Teterow.Es ist ein besonderer Gottesdienst an diesem Sonntag für den Jördenstorfer Pastor Daniel Havemann. Sein Entsendungsgottesdienst. Am 24. Februar startet sein Flieger gen Ohio. Für zwei Monate geht er nach Columbus. „Das Trinity Lutheran Seminary, die Kirchliche Hochschule der ELCA in Columbus, hat mich eingeladen, dort als Gastdozent zu arbeiten“, erzählt Daniel Havemann. Gleichzeitig werde er dort und in der „Landeskirche“ als Gesprächspartner, Referent und Koordinator zur Verfügung stehen. So langsam kribbelt‘s. „Natürlich bin ich aufgeregt“, verhehlt der Pastor nicht. Aber vor allem freut er sich – auf die neue Herausforderung, darauf, Bekannte wieder zu sehen. Der Kontakt zu Menschen in Amerika ist für ihn immer irgendwie gegenwärtig. Vor acht Jahren war er mit seiner Familie für drei Monate in Ohio. „Das war ein ganz großes Erlebnis. Ich habe beruflich sehr profitiert und es sind Beziehungen entstanden“, denkt er zurück. Inzwischen haben die Jördenstorfer mit Westerville eine Partnergemeinde. Seine Tochter war für ein Schuljahr dort. Nun macht sich der Pastor selbst wieder auf. Geschickt von der Landeskirche. Die will die partnerschaftlichen Beziehungen weiter unterstützen. Wenn es ab Pfingsten mit der Fusion zur Nordkirche auch die Landeskirche Mecklenburg nicht mehr gibt, soll geguckt werden, wie Kontakte künftig unter dem großen Dach gestaltet werden können, weiß der Jördenstorfer Pastor. An dem Ort, wo Ausbildung stattfindet, will er Interesse wecken für Ökumene, für Partnerschaft, will sehen, was darüber hinaus möglich ist, zum Beispiel ob aus Ohio jemand ins Predigerseminar kommt. Das werde dann in Ratzeburg sein. „Ich erzähle natürlich auch über Themen, die uns als Landeskirche beschäftigen, wie zum Beispiel den Fusionsprozess.“ Immer öfter greift Daniel Havemann in diesen Tagen zu Wörterbüchern. Trainiert Englisch. Dabei macht ihm die Alltagssprache keine Sorge. Auf fachliche Wendungen, Begriffe bereitet er sich vor. An der Hochschule in Columbus wird er vor allem Neues Testament und Philosophie sowie Praktische Theologie lehren. Bevor das beginnt, ist er aber erst einmal Gast in der Jördenstorfer Partnergemeinde. Zum ersten Mal und voll Neugier. Auf das große Gemeindezentrum zum Beispiel, das hier gebaut wurde und das er von Bildern kennt. Darauf, was die jungen Leute bewegt. Darüber hinaus ist er gespannt, was sich seit seinem Aufenthalt vor acht Jahren verändert hat. „Die Amerikaner haben Krisen durch, wie haben sie Projekte verwirklicht, die damals angeschoben wurden, haben sie ihren Optimismus bewahren können, der mich immer beeindruckt hat ...“ Seine Zeit sei schon gut ausgeplant, sagt Daniel Havemann schmunzelnd angesichts der vielen Einladungen, die ihn bereits erreichten. Für die Partnergemeinde Westerville wird er noch Besonderes im Gepäck haben – sehr viele Bilder. „Die Sonntagsschule dort sammelt für unser Kirchendach“, weiß der Pastor. Dem will er ein Gesicht geben. Bevor die Arbeit mit dem Altarraum weiter gehe, erzählt er anhand der Bilder, wie das 750 Jahre alte große Dach der Jördenstorfer Kirche saniert wurde und welche Entdeckungen dabei gemacht wurden. Wie die Namen, die über Jahrhunderte schon auf Holzbalken stehen. „Das kennen die Amerikaner nicht. Aber wer weiß, ob sie nicht Namen von Vorfahren entdecken. Immerhin war um 1850 die Hauptausreisewelle.“ In seiner knapp 700 Mitglieder zählenden Gemeinde hat Daniel Havemann alles für seine Amerika-Zeit geklärt. „Die Vertretung übernimmt Pastor Cassel, die Gottesdienstvertretung macht im Wesentlichen mein Vater“, sagt er. Und er weiß, dass das Gemeindeleben läuft, Kirchgemeinderat, Besuchsteams oder Hauskreis eigenverantwortlich agieren.