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Kohleverlust durch Feuer geringer als befürchtet

VonEberhard Rogmann

Noch ruht nach einem Brand die Produktion im Aktivkohlewerk. Begonnen hat dort der Ausbau einer erweiterten Lagerfläche.

Teterow.Die Erleichterung nach dem ersten Schrecken ist Thomas Stifft anzusehen. „Der Schaden hält sich in Grenzen. Drei, vielleicht vier Tonnen Aktivkohle Verlust sind zu verzeichnen“, bilanziert der Geschäftsführer der Firma AdFIS die Folgen eines Feuers auf dem Betriebsgelände am Sonntag (der Nordkurier berichtete). Siebzig Tonnen Aktivkohle lagern auf dem Firmengelände am Bocksbergweg. Sonntagnachmittag waren sie in Brand geraten. Eine Selbstentzündung ist nicht auszuschließen, die genaue Ursache des Feuers wird noch ermittelt.
„Aktivkohle brennt nicht mit offener Flamme, sie glimmt. Die Feuerwehr hat deshalb etwa 30 Tonnen ausgebreitet und abgelöscht“, erläutert Stifft. Derzeit werde im Labor untersucht, inwieweit die mit Wasser und Löschschaum kontaminierte Kohle noch zu verwenden sei. Die Aussichten dafür bewertet Thomas Stifft optimistisch.
Erst zu Jahresbeginn hatte er die Teterower Feuerwehr zu einem Vor-Ort-Termin empfangen. Solche Gespräche in Firmen mit einem besonderen Gefährdungspotenzial sind üblich. Aktivkohle ist ein solch spezielles Material. Wegen seiner großen inneren Oberfläche findet der poröse Stoff für Filterzwecke Anwendung. Die Kehrseite: In den Poren befindet sich jede Menge Sauerstoff, der es ermöglicht, dass ein Feuer sich regelrecht in das Material hineinfressen kann. Dank des schnellen Einsatzes der Kameraden konnte indes das Schlimmste verhindert werden. Nach Pfingsten wird die Produktion wieder angefahren. Das Material findet hauptsächlich bei der Reinigung von Biogas Verwendung. Dazu wird die Kohle nach einem vom Fraunhofer Institut patentierten Verfahren dotiert, so dass dem Gas der Schwefel entzogen wird. Etwa 1600 Tonnen Aktivkohle produziert das AdFIS-Werk in Teterow jährlich. Dazu werden 3500 Tonnen Holzkohle verarbeitet, die aus Polen und der Ukraine eingeführt werden.
Weiterhin sind etwa 600 bis 700 Tonnen Zuschlagstoffe erforderlich. Da das Produktionsvolumen in den vergangenen Jahren kontinuierlich wuchs, kommt das Werk mit seiner Lagerkapazität an die Grenzen. In dieser Woche begann die Firma Adam und Werner mit dem Ausbau einer Lagerfläche auf dem Grundstück gegenüber. Knapp 4600 Quadratmeter umfasst das Areal. „Wir werden in diesem Zusammenhang auch die Expedition verlegen, sodass die Lastwagen zum Abtransport der Bigbags nicht mehr das ganze Betriebsgelände umfahren müssen“, merkt Thomas Stifft an. Und kommt dabei noch einmal auf die hohen Standards der Sicherheit und des Brandschutzes zu sprechen. So sei die Firma in einem speziellen EU-Monitoring gelistet, in dem die sicherheitstechnischen Konditionen für Werke, die mit Chemikalien umgehen, festgelegt sind.

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