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Kritik: Marktplatz groß, grau, kahl

Vor allem die grüne Insel zwischen Marktplatz und Malchiner Straße soll umgestaltet werden. Der Rabe wird bleiben.   FOTO: Eckhard Kruse
Vor allem die grüne Insel zwischen Marktplatz und Malchiner Straße soll umgestaltet werden. Der Rabe wird bleiben. FOTO: Eckhard Kruse

VonEckhard Kruse

Die Gestaltungs-Ideen von Verwaltung und Stavenhagenern gehen auseinander. Gewünscht wird von den Bürgern vor allem mehr Grün.

Stavenhagen.Wenn schon der Reuterstädter Marktplatz umgestaltet wird, dann würden sich Marktanlieger und andere Stavenhagener das etwas anders und umfassender vorstellen, als jetzt im Bauausschuss präsentiert. Die Stadtverwaltung und ihr Planer wollen nämlich vor allem die grüne Ecke zwischen Boulevard und Markt in Angriff nehmen – noch 2013 und rechtzeitig zur 750-Jahrfeier 2014. Zudem soll ein großer Baum in der Nähe der Raiffeisenbank gepflanzt werden. Dazu kommen Pflanzen unter die Marktbäume und zwei Bänke. An der Ecke Neue Straße soll verhindert werden, dass Autos hier parken.
Doreen Polinski vom Kaufhaus Kronke könnte sich mehr Blumen in der Marktmitte vorstellen. „Vielleicht so eine Blumenpyramide wie in Waren“, überlegt sie. Dass Bänke kommen, findet sie indes richtig. Denn sie hat schon viele Ältere beobachtet, die sich auf die Ecken der Blumenkübel setzten. Martin Hofmann vom Café Fritz setzt auf mehr Grün. „Ich hätte mir einen Brunnen auf dem Marktplatz gewünscht“, sagte er, „oder dass anstelle der vielen Poller auch Bäume gepflanzt werden.“ Denn immer zum Mittag sei der Markt schön groß, grau und leer. Hofmann berichtet auch von Touristen. Sie würden sagen: „Ihr habt so einen tollen Markt. Aber warum ist er so leer?“
Wilfried Böhme vom Gewerbeverein unterstützt die Baumidee. Er votiert für eine zusätzliche Parkplatz-Reihe auf dem Markt. Die Betreiber des „Café am Markt“, Gerhard Urbansky und Fred Knaack, kennen den Plan noch gar nicht. Dabei soll sich der Weg zu ihrem Café verändern. Die beiden finden vor allem eines wichtig: Dass eine öffentliche Toilette mehr in Marktnähe eingerichtet wird. Denn bei Stadtfesten würden unendlich viele Leute bei ihnen in die Gaststätte drängen. Sie haben dafür auch schon ein Gebäude im Blick: Das kleine, leer stehende Fachwerkhaus in Richtung Schloss.
Über eine Veränderung der Poller am Markt ist offenbar schon nachgedacht worden. „Doch das würde den Kostenrahmen bei Weitem sprengen“, hatte Bauamtsleiter David Schacht erläutert. Der umfasst 120000 Euro.
Die grüne Oase am Boulevard-Eingang solle vor allem umgestaltet werden, weil die Kugelahornbäume nach 20 Jahren den asen vollkommen beschatten. Der lasse sich schlecht pflegen. Die meisten Bäume sollen weg, unter neuen Bäumen moderne Bänke Platz finden. Der nur noch tröpfelnde Raben-Brunnen werde mit einer größere Wasserfläche angelegt. Brechsand solle den Boden bedecken.
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