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Leere Regale geerbt und dank pfiffiger Idee gefüllt

Mit seiner Geschäftsidee hat Udo Müller ins Schwarze getroffen. Die Regal sind gut gefüllt, die Kundschaft fühlt sich angezogen.  FOTO: Eberhard Rogmann
Mit seiner Geschäftsidee hat Udo Müller ins Schwarze getroffen. Die Regal sind gut gefüllt, die Kundschaft fühlt sich angezogen. FOTO: Eberhard Rogmann

VonEberhard Rogmann

Ob Markttag oder Mittwochmittag - im Ladengeschäft „Ullis Mietregal“ sind immer Kunden anzutreffen.

Teterow.Udo Müller hat keine Scheu vor ausgefallenen Geschäftsideen. Nach einer Tätigkeit in der elterlichen Drogerie baute er einen Online-Vertrieb für Angelbedarf auf. Sein Riecher sollte sich bewähren, das Geschäft boomt. Als aber vor Jahresfrist die Drogerie-Kette Schlecker Insolvenz anmeldete, schrillte beim Teterower die Alarmglocke. „Du brauchst schnell einen Nachmieter in dem Laden“, schoss es ihm durch den Kopf. „Ein längerer Leerstand ist tödlich.“ Das frei gewordene Geschäft in der City befindet sich in bester Lage und gehört von der Fläche her zu den größeren Geschäften. Als erfahrener Unternehmer zog Udo Müller alle Register, um einen Nachnutzer zu interessieren. Doch die Hemmungen waren groß. Eine Handelskette sagte ab, weil die Stadt deutlich unter 20000 Einwohner hat. Ein anderer Anbieter von Markentextilien sah nicht genügend Nachfrage vor Ort. Woche um Woche ging so ins Land.
Da entschloss sich Udo Müller, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Was er quasi als Erbe von Schlecker zur Genüge hatte, waren leere Regale. Sein Geschäftsmodell lief darauf hinaus, diese zu vermieten. Jedermann kann sich hier einmieten und gegen einen Obolus seine Ware feilbieten, wobei er die Preise selbst festsetzt. Gesagt, getan. Im August vorigen Jahres eröffnete Ullis Mietregal. Die Resonanz übertrifft jegliche Erwartungen. „Es trifft den Nerv der Teterower. Die Nachfrage sowohl bei den Anbietern wie bei der Kundschaft ist anhaltend groß“, freut sich Müller. Selbstverständlich sei das nicht. So hätte ein Bekannter mit einem ähnlichen Geschäft in Greifswald nach wenigen Monaten aufgeben müssen.

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e.rogmann@nordkurier.de

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