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„Lernen von den Besten reizt selbst mit 50“

Dr. Lutz Knüpfer und Janine Haberkost kümmern sich um ihre junge Patientin Wiebke Müller. [KT_CREDIT] FOTO: Iris Diessner
Dr. Lutz Knüpfer und Janine Haberkost kümmern sich um ihre junge Patientin Wiebke Müller. [KT_CREDIT] FOTO: Iris Diessner

Von unserem RedaktionsmitgliedIris Diessner

Fachärzte mit speziellen Angeboten vorzustellen, das ist auch eine Forderung aus den Leserbeiräten. Dr. Lutz Knüpfer aus Malchin kann zudem noch mit einer besonderen Qualifizierung aufwarten.

Malchin.Was treibt jemanden um, sich sich als gestandener Kieferorthopäde noch einmal einem Studium zu widmen? Mit 50.
Dr. Lutz Knüpfer lächelt. Der Malchiner ist in der Stadt und ihrer Umgebung kein Unbekannter. Schließlich praktiziert er seit Abschluss seines Studiums im Jahr 1984 hier. Von 1988 bis 1991 war er Fachzahnarzt für Kieferorthopädie und Leiter der Kieferorthopädischen Abteilung am Kreiskrankenhaus Malchin. Nach der Wende entschloss er sich zusammen mit weiteren Zahnärzten, in einer Praxisgemeinschaft in Malchin zu arbeiten. Gemeinsam werden hier nicht nur Labor, Röntgen-Technik oder der Empfang genutzt, sondern vor allem die Patienten profitieren von dieser Arbeitsweise. „Ich glaube, dass solche Praxisgemeinschaften ein Modell für die Zukunft sind“, ist sich Dr. Knüpfer sicher.
2006 habe er sich dann entschlossen, eine chirurgische Weiterbildung aufzunehmen. „Die nächsten Kieferchirurgen gab es erst in etwa 50 Kilometer Entfernung, aber wir konnten ja sehen, dass der Bedarf vorhanden ist“, so seine Begründung. Gerade die Implantologie spielte dabei eine immer größere Rolle. So sei es für ihn nur folgerichtig gewesen, sich für den staatlich anerkannten Studiengang zum Master of Science in Oral Implantology zu entscheiden. Lernen bei den besten Chirurgen und Implantologen, das habe schon einen Reiz für ihn gehabt. Das bedeutete aber auch: Noch einmal zwei Jahre Studium mit Hospitationen, Praktika und schließlich die Masterarbeit. Im Dezember des vergangenen Jahres hatte er diese dann erfolgreich verteidigt.
„Trotz Internet ist das Studieren nicht wirklich einfacher geworden“, gibt Dr. Knüpfer mit einem Schmunzeln zu. Immerhin war ja „nebenbei“ der Praxisbetrieb aufrecht zu erhalten. Und die Familie muss da ebenfalls mitziehen, so der vierfache Familienvater. „Deshalb bin ich sowohl meiner Familie als auch meinen tollen Mitarbeitern, die in dieser Zeit manche Aufgabe für mich übernommen haben, sehr, sehr dankbar“, sagt er. Aber auch das mache eben den Geist einer Praxisgemeinschaft aus.
Zusammenarbeit will Dr. Knüpfer aber nicht nur auf diese beschränkt wissen. „Ich heiße ja nicht umsonst Knüpfer“, sagt er. Für die Patienten wurde ein Netzwerk aufgebaut, in das auch Spezialisten anderer Fachrichtungen wie Orthopäden, HNO-Ärzte oder Physiotherapeuten eingebunden sind. Naturheilkunde sowie Erfahrungen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, der Akupunktur und der Homöopathie spielten ebenfalls eine Rolle bei der Behandlung. „Selten liegt die Ursache für Zahnerkrankungen nur bei den Zähnen“, vertritt er seine Überzeugung.

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i.diessner@nordkurier.de

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