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„Leuchttürme“ weiter strittig

Die Kloster- und Schlossanlage Dargun kennen viele Kreistagsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter vom Sommerfest des Kreises im vergangenen Jahr. Auf der „Leuchtturm“-Liste findet sie sich indessen nicht.  FOTO: Georg Wagner
Die Kloster- und Schlossanlage Dargun kennen viele Kreistagsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter vom Sommerfest des Kreises im vergangenen Jahr. Auf der „Leuchtturm“-Liste findet sie sich indessen nicht. FOTO: Georg Wagner

VonGeorg Wagner

Die Liste des Landkreises mit markanten touristischen Zielen stößt weiter auf Kritik der Politiker – jetzt kommt sie auch aus Woldegk.

Rosenow/Waren.Im Bereich Demmin war die Liste des Kreises mit „kulturellen Leuchttürmen“ bereits umstritten, doch auch weiter im Osten rührt sich Widerstand. Insgesamt sei sie „zu westlastig“, findet Woldegks Bürgermeister Ernst-Jürgen Lode (SPD). Er vermisst in der Aufstellung das Mühlenensemble seiner Stadt ebenso wie das Zollhaus Göhren, dessen Ausstellung an Mecklenburger im Widerstand gegen das Nazi-Regime erinnert, und die Fachwerkkirche Hildebrandshagen – die älteste Kirche der Uckermark. Solche kulturellen Zeugnisse, meint er, gehörten unbedingt auf eine derartige Liste. Deshalb wandte er sich kürzlich mittels E-Mail an den Landkreis.
Dabei ist Lode bewusst, dass er mit seiner Kritik nicht alleine steht. In Demmin etwa wurde die Aufstellung ebenso schon kritisiert wie in Dargun, wo Marlies Claassen vom „Lütt Museum“ die Kloster- und Schlossanlage vermisste. Ohnehin schien so manchem bei Bekanntwerden der „Leuchttürme“ der Norden im Vergleich vor allem zur Müritzregion viel zu wenig bedacht. Kritiken, die dem Leiter des Amtes für Wirtschaft, Tourismus und Kultur, Axel Müller, nicht unbekannt sind. Bereits in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses sollten sie behandelt werden, wurden aber vertagt.
Jetzt ging Müller im Wirtschaftsausschuss am Mittwochabend in Rosenow darauf ein. Die noch auf die Zeit vor der Kreisgebietsreform zurückgehende Liste, versicherte er, sei nicht starr und sie habe auch nichts mit Zuschüssen zu tun. „Wir brauchen einige Objekte, mit denen wir gezielt für die Region werben können.“ Touristen könnten dann vor Ort auf weitere Sehenswürdigkeiten hingewiesen werden. Dafür aber müsse die Zahl der aufgeführten Objekte eingegrenzt werden. „Irgendwo muss Schluss ein“, sagte Müller. „Es kann nicht jedes Zollhaus wichtig sein.“
Vermarktung einzelner herausragender Einrichtungen als Lockmittel, um dann die Besucher weiter zu verteilen, dieser Ansatz fand im Ausschuss weitgehend Anklang. Der Tourismusverband habe schon eine App, die viele kleinere Ziele enthalte, sagte Ausschussvorsitzender Frank Benischke (CDU). „Es geht um touristische Leuchttürme, um die Frage, was vermarktbar ist.“
Da aber gab der Ausschuss teilweise dem Woldegker Bürgermeister recht. Keine andere Stadt in Deutschland habe eine solche Häufung an Mühlen wie Woldegk. Deren Aufnahme sei zwingend.

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