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Licht-Blick e in alten Gemäuern

VonSimone Pagenkopf

Ein Hauch Fernost zieht ein und fast Abgeschriebenes hofft auf die Wende. Es gibt wieder einiges zu entdecken in der Mecklenburgischen Schweiz.

Teterow.Mythen, Legenden, Romantik, dazu ein Hauch Exotik – es ist schon eine besondere Mischung, wenn eine der kürzesten Nächte des Jahres zum längsten Tag gemacht wird. Sie lockt in historische Guts- und Herrenhäuser und ihre Parks. Die Rede ist von der Mittsommer-Remise. Kommenden Sonnabend erlebt sie ihre sechste Auflage. Über 30 Häuser öffnen sich. Überrascht dürfte manch einer sein, dass das Gutshaus Niendorf dabei ist. Das 1826 gebaute Haus ist seit Jahren sich selbst überlassen. Jetzt soll sich sein Schicksal wenden. Tonnen von Schutt wurden bei ersten Aufräumarbeiten bereits aus dem Gutshaus befördert. Nun zieht erst einmal eine Fotoausstellung zur Geschichte des Hauses ein. Dazu können sich Besucher auf Führungen von Niendorfern und ihre Geschichten freuen. Sie wünschen sich natürlich, dass das Gutshaus Niendorf nicht untergeht. In Schwiessel ist ein privater Investor schon ein Stück weiter. Der baut die Ruine des Schlosses zu einem Festspielhaus für Kammermusik um. Klar gibt es einen Vorgeschmack. DasFlötenquartett „Merula Consort“ spielt auf der Freitreppe im Park des Schlosses.
Es sind in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Guts- und Herrenhäuser durch privates Engagement gerettet worden. Das Herrenhaus in Rensow zum Beispiel – es stammt aus dem Jahr 1690 – ist in Ahlefeldtschem Besitz. Die Eigentümer haben es liebevoll und detailgetreu restauriert und Ferienappartements eingerichtet. Es gehört übrigens zu den Schlössern, um die sich bis heute Geschichten von verlorenen Schätzen ranken. Sie erzählen von im Keller vergrabenem Porzellan oder einem Silberschatz aus dem 30-jährigen Krieg, der auf mysteriöse Weise verschwand.
Neue Schätze sind es dagegen, die sich im Schloss Mitsuko auftun. Und sie bringen einen Hauch Fernost mitten ins Mecklenburgische. Das einstige Gutshaus in Todendorf ist heute deutsch-japanische Begegnungsstätte. Professor Heinrich Johann Radeloff und seine Frau Mitsuko haben gerade Künstler aus Japan und Frankreich zu Gast. Ihr Workshop dreht sich um „Japanische Empfindungen“. Im Hain und auch im Haus entstehen neue Installationen. 14 Uhr wird die Ausstellung eröffnet, ab 15 Uhr finden Führungen statt, dazu kommen um 17, 18 und 19 Uhr Teezeremonien. Mehr unter www.mittsommer-remise.de
Kontakt zur Autorin
s.pagenkopf@nordkurier.de

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