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Malchiner Feuerwehrleute gestehen Brandstiftung

Nicht schon wieder: Nachdem im vergangenen Jahr ein Neukalener Feuerwehrmann wegen einer Serie von Brandstiftungen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, kommen nun offenbar gleich mehrere Feuerteufel aus den Reihen der Malchiner Kameraden.

Wie die Polizei mitteilt, sollen zwei Malchiner im Alter von 17- und 22 Jahren für den Brand eines Lattenverschlages am Malchiner Bahnhof verantwortlich sein, bei dem in der Nacht zum vergangenen Freitag eine vierköpfige Familie aus einem benachbarten Wohn- und Geschäftshaus ganz knapp dem Feuertod entgangen war (der Nordkurier berichtete).

Die Verdächtigen sind Mitglieder der Feuerwehr. Sie waren laut Polizei von einem Zeugen kurz vor Ausbruch des Brandes an dem Gebäude gesehen worden. Pech für die mutmaßlichen Feuerteufel: Der Zeuge kennt die beiden, so dass es für die Ermittler offenbar nicht schwer war, die Verdächtigen zu fassen. Sie seien nach Alarmierung der Feuerwehr gemeinsam mit ihren Kameraden auch noch angerückt, um beim Löschen zu helfen.

Polizei prüft Zusammenhänge mit weiteren Bränden

Beide Männer haben die Tat laut Polizei inzwischen gestanden. „Als Motiv geben sie an, dass sie Einsätze mit der Feuerwehr haben wollten. An die Konsequenzen ihres Handelns haben sie aber nicht gedacht“, berichtet Malchins Kripo-Chef Bernhard Pischel.

Die Polizei geht davon aus, dass die Verdächtigen nicht wussten, dass sich in dem angrenzenden Gebäude Menschen aufhalten würden. Nun wird wegen schwerer Brandstiftung ermittelt. Außerdem prüft die Polizei, ob die beiden auch für weitere Brände verantwortlich sind, bei denen immer wieder Papiercontainer in Flammen aufgegangen waren.

Bei der Malchiner Feuerwehr macht sich unterdessen Wut breit, wie Wehrführer Andreas Mohrholz berichtet. Dass nun noch zwei weitere mutmaßliche Brandstifter zur Truppe gehören sollen, damit habe niemand gerechnet. Im Mai steht nämlich bereits ein 17-jähriger Malchiner Feuerwehrmann vor Gericht, der von Novemver 2011 bis August 2012 ebenfalls Müll- und Papiercontainer angesteckt haben soll. Der junge Mann bestreitet dies.

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