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Mystische Schönheit mit herben Früchtchen entdeckt

Das war dann doch eher eine überraschende Entdeckung für Norbert Templin. In Dersentin stieß er auf diesen Wild-Apfel. [KT_CREDIT] FOTO: privat
Das war dann doch eher eine überraschende Entdeckung für Norbert Templin. In Dersentin stieß er auf diesen Wild-Apfel. [KT_CREDIT] FOTO: privat

VonSimone Pagenkopf

Der Wild-Apfel ist Baum des Jahres 2013. Am heutigen Tag des Baumes gebührt ihm besondere Aufmerksamkeit.

Teterow.Eher unscheinbar ist er, jedenfalls jetzt, wo er noch keine Blüten trägt. Nichtsdestotrotz kommt er zu ganz besonderen Ehren. Die Rede ist vom Wild-Apfel, dem Baum des Jahres 2013. Eine zähe und empfindliche Schönheit.
„Es gibt kaum eine Obstsorte, die in der Volkshistorie eine so große Bedeutung hat wie der Apfel“, erinnert Norbert Templin vom Naturpark-Förderverein Mecklenburgische Schweiz schmunzelnd an Märchen und Mythen. „In der Snorra-Edda, einer Sammlung altskandinavischer Sagen, hatte die Göttin Idun die goldenen Äpfel gehütet. Wer die Früchte verzehrte, sollte ewiglich jung bleiben. In der griechischen Mythologie gilt der Fruchtbarkeitsgott Dionysos als Schöpfer des Apfelbaums. Er widmete ihn Aphrodite als Sinnbild ihrer Schönheit und Liebe. Für die Kelten symbolisierte er Liebe, Jugendkraft und Fruchtbarkeit. Für die Christen ist der Apfel eher negativ besetzt, er ist ein Zeichen für Unkeuschheit, Versuchung und Erbsünde“, zählt Norbert Templin auf. Und weist auch noch auf den Reichsapfel als Herrscher-Symbol hin.
Was den Wild-Apfel betrifft, gehört der heute zu den seltensten Baumarten. Kein Wunder, dass Norbert Templin, der gemeinsam mit Hans-Ulrich Kibbel und Siegfried Rettich unterwegs ist, um das Naturdenkmalkataster im Bereich des Naturparks Mecklenburgische Schweiz auf den aktuellen Stand zu bringen (der Nordkurier berichtete), mächtig überrascht war, als die Männer jetzt einen Wild-Apfel in Dersentin entdeckten. „Dem Wild schmeckt er. So hoch das Rotwild äsen kann, sieht man Spuren am Baum“, sagt Norbert Templin. Unsere Gaumen kitzle er indes nicht, jedenfalls nicht frisch gepflückt, die Früchte sind herb und hart. Übrigens sei auch unter Experten umstritten, ob unsere heutigen Kulturäpfel vom heimischen Wildapfel abstammen. „Asiatische Arten dürften insgesamt eine größere Rolle gespielt haben“, meint Norbert Templin.

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