Nordkurier.de

Nach erfolgreichem Testlauf kann die Ausbildung jetzt beginnen

Die 17-jährige Franziska Plünsch bringt Adelgunde Kühnen eine kleine Stärkung ans Krankenhausbett. [KT_CREDIT] FOTO: Simone Pagenkopf
Die 17-jährige Franziska Plünsch bringt Adelgunde Kühnen eine kleine Stärkung ans Krankenhausbett. [KT_CREDIT] FOTO: Simone Pagenkopf

VonSimone Pagenkopf

Für die 17-jährige Franziska Plünsch ist ihr Freiwilligen-Jahr keineswegs vergeudete Zeit. Es hat sie in ihrem Berufswunsch bestärkt.

Teterow.„Das ist eine ganz tolle Sache. Mir hat es ganz viel Erfahrung gebracht. Und ich würde jedem dazu raten, der sich in seiner Berufswahl noch nicht komplett sicher ist.“ Franziska Plünsch muss nicht überlegen, als sie nach dem Sinn eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) gefragt wird. Das absolviert die 17-jährige Teterowerin gerade im hiesigen DRK-Krankenhaus. Abgesehen von ein paar Aushilfen ist sie auf der
chirurgischen Station eingesetzt. Frühschicht, Zwischen-, Spätschicht, arbeiten am Wochenende und an Feiertagen – den Dienstrhythmus hat sie schnell kennen gelernt. Sie putzt und macht Betten, sie reicht Patienten das Essen, darf auch schon mal Blutdruck messen, natürlich unter Aufsicht. Es sind vor allem der Umgang mit Menschen ganz unterschiedlichen Alters und die Teamarbeit, die ihr an ihrer Arbeit besonders gefallen, sagt Franziska Plünsch und fühlt sich bestärkt in ihrem Berufswunsch. Gesundheits- und Krankenpflegerin will sie werden. Nach dem FSJ beginnt sie im Sommer ihre Ausbildung im Teterower DRK-Krankenhaus.
„In diesem Jahr übernehmen wir drei FSJler in die Ausbildung“, ist von Personalleiterin Simone Lüdtke zu erfahren. Insgesamt absolvieren zurzeit acht junge Leute in der Pflege, einer in der Zentralsterilisationsversorgung und einer im Bereich Technik ein Freiwilliges Soziales Jahr. „Die Küche konnten wir leider nicht wieder besetzen“, fügt Simone Lüdtke hinzu. Sie weiß, dass das Jahr – manchmal ist es auch nur ein halbes – genutzt wird, um die Zeit bis zum Studienbeginn zu überbrücken. Aber immer mehr junge Leute wollen sich auch ausprobieren. Gerade in der Pflege können sie für sich erkennen, ob es wirklich der Beruf ist, den sie ein Leben lang machen möchten, ob sie zum Beispiel klar kommen, wenn sie Blut sehen, ob sie klar kommen mit dieser Nähe zu fremden Menschen, etwa wenn sie Patienten waschen. „Außerdem sehen ja auch wir, ob sie für eine Ausbildung geeignet sind“, fügt die Personalleiterin hinzu.
Die ersten Anfragen für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Teterower Krankenhaus hat sie bereits auf dem Tisch. Und es können sich noch weitere Interessierte melden und ihre Bewerbung mit Lebenslauf und Zeugnis einreichen. „Wir werden im Mai die ersten Gespräche führen, damit die jungen Leute auch wissen, woran sie sind“, sagt Simone Lüdtke. Zum 1. September sollen dann die FSJ-Stellen besetzt werden. „Natürlich gucken wir genau hin, wir haben eine Verpflichtung unseren Patienten gegenüber.“ 16 bis 27 Jahre alt können die Bewerber sein, ansonsten ist auch der Bundesfreiwilligendienst möglich. Dafür hat das Krankenhaus zwei Stellen.
Franziska Plünsch freut sich indes schon auf ihren Ausbildungsbeginn. Neben den Einblicken, die sie bereits in den Krankenhausalltag bekommt, weiß sie dafür auch die weiteren Angebote während des Freiwilligen Sozialen Jahres zu schätzen. An Seminartagen ging es da zum Beispiel um Erste Hilfe, um Humor in der Pflege, um Kommunikation zwischen Patienten und Helfern, um das Thema Aids, auch um Selbstverteidigung. Und die FSJler fühlten sich beim Dialog im Dunkeln ein, wie es ist, blind zu sein.

Kontakt zur Autorin
s.pagenkopf@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×