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Neue Visionen für die Ökologie

Erzpriester Prof. Dr. Fedorov (r.) und Pastor Thomas Waack nach dem Gottesdienst. [KT_CREDIT] FOTO: T. Gertz
Erzpriester Prof. Dr. Fedorov (r.) und Pastor Thomas Waack nach dem Gottesdienst. [KT_CREDIT] FOTO: T. Gertz

VonTorsten Gertz

Parallelen und Unterschiede zwischen dem Osten Deutschlands und Russland siehtErzpriester Prof. Dr. Vladimir Fedorov.

Malchin.Ökologie und Ökumene – das hat auf den ersten Blick nichts Zusammengehöriges. Erzpriester Prof. Dr. Vladimir Fedorov aus St. Petersburg sieht das anders.
Im Rahmen des Projekts „Mission to the North“ der Nordkirche predigte der Geistliche in der Malchiner Sankt Johanniskirche. Unter dem Motto „Orte guten Lebens“ führte der Erzpriester aus, welche Zusammenhänge es zwischen Ökologie und Ökumene gibt. „Jede Kirchgemeinde ist ein lebendiger Organismus, ähnlich einer Zelle, in der alle Voraussetzungen für Leben vorhanden sind. Doch unsere Lebenswelt verändert sich. Der Glaube kann gute Antworten zu ökologischen Fragen geben. Doch nur die Zusammenarbeit aller christlichen Konfessionen, die Ökumene, wird es erlauben, die neuen Visionen der Ökologie auch umzusetzen.“, so Fedorov. Schon seit den 1970er Jahren besucht der Theologe Deutschland und lehrte 25 Jahre am orthodoxen theologischen Institut in Sankt Petersburg. Seine Interessensschwerpunkte sind Kirchengeschichte, Ökumene, Missionswissenschaft, Psychologie und Ökologie. Ihm sei besonders der Kontakt zu den Menschen in den Gemeinden wichtig. „Es sind ja die Menschen vor Ort, die das Wort ‚Ökumene‘ mit Leben erfüllen. Und sie sind es, die die ökologischen Auswirkungen unserer Zeit zu spüren bekommen, sie aber auch verändern können. Das ist ein großes Potential.“, betonte er.
Russland und der Osten Deutschlands haben beideeine kommunistische Vergangenheit. Doch im Gegensatz zu Deutschland, wo ein Atheist meist auch nach der Wende 1989 ein Atheist blieb, entdeckten die Menschen in Russland die orthodoxe Kirche als geschichtsgebende Identität, und bezeichnen sich heute als Orthodoxe, obwohl die wenigsten von ihnen eine Kirche von innen kennen, so der Theologe. „Dies ist ein großer Unterschied, der sich nach dem Fall der kommunistischen Regime herausgebildet hat. Es ist in Russland bedeutend schwieriger die Ökumene zu praktizieren, als in Deutschland.“ Prof. Dr. Vladimir Fedorov meinte zum Ende seines Besuches, dass es in Deutschland viele ökologisch und ökumenisch aktive Christen gibt. „Diese Menschen sind Schätze! Sie müssen gehört und ihnen muss Raum gegeben werden.“

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