
| Justiz |
von Torsten Bengelsdorf
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So richtig mag es in der Neukalener Feuerwehr noch keiner glauben. Ein Feuerteufel aus den eigenen Reihen? Spekuliert worden war darüber seit langem in der beschaulichen Kleinstadt. Und auch der Verdacht gegen den 29-Jährigen, gegen den das Amtsgericht mittlerweile einen Haftbefehl erlassen hat, ist nicht neu. Schließlich hatte die Polizei schon einmal seine Wohnung durchsucht. Ohne Ergebnis. Wie die Ermittler dem Tatverdächtigen in dieser Woche auf die Schliche gekommen sind, das wollte die Polizei auch zwei Tage nach der Festnahme am Freitag noch immer nicht verraten. Das nährt Zweifel.
Vor allem bei Neukalens Wehrführer Rico Zoschke. „Das ist mir alles zu plump“, sagt er. Wenn jemand des Nachts zündelt, weil er mit den Kameraden angeblich gemeinsam löschen will, warum sind dann gleich zwei oder gar drei Feuer in einer Nacht gelegt worden. Und dann auch noch nach einem der Sportabende der Feuerwehr, bei denen der mutmaßliche Brandstifter doch stets dabei war. „Auch als Mensch traue ich ihm das nicht zu. Er war immer zuverlässig. Wir haben ihn doch erst selbst in die Feuerwehr geholt“, begründet Zoschke sein Misstrauen. Und dann: Auf frischer Tat sei der Mann ohnehin nicht ertappt worden. Fahnder hätten lediglich vor dem Brand eine Person ein Haus verlassen sehen und sich dabei womöglich auch noch in der Hausnummer geirrt.
Doch auch zu solchen Details wollen sich Polizei und Staatsanwaltschaft nicht äußern. Der Tatverdacht sei aber so dringend, dass es für einen Haftbefehl gereicht habe, macht Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler deutlich. Bei dem Haftbefehl sei es weniger um die Sachbeschädigungen durch die Brände gegangen, als vielmehr um die Gefahr, die von den Feuern ausgegangen sei. Und: „Es besteht hier eine Wiederholungsgefahr“, meint Zeisler. Ob der Verdächtige jetzt bis zur einer Gerichtsverhandlung hinter Gittern bleibt, ist allerdings noch nicht klar.
Für ausgeschlossen hält es die Polizei dagegen, dass der Neukalener auch für die Brandserie in Malchin verantwortlich ist. „Darauf gibt es keinerlei Hinweise. Das passt einfach nicht zusammen“, sagt Uwe Dettmann von der Malchiner Kriminalpolizei.
Selbst wenn die Ermittler in Neukalen am Mittwoch den Richtigen gefasst haben, so bleibt es doch dabei: Es ist immer noch mindestens ein Feuerteufel auf freiem Fuß. Wobei: Der Kleinbus, der Anfang Dezember in der Malchiner Innenstadt in Flammen aufgegangen war, will wiederum so gar nicht in die Serie der Papiercontainer-Brände passen.
Kommentar: Neukalen kommt noch nicht zur Ruhe
Neukalener Brandstifter ist einheimischer Feuerwehrmann
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