Blauröcke in Gnoien bilanzieren das 125. Jahr des Bestehens ihrer Wehr. Brandeinsätze beanspruchen dabei die geringste Zeit.
Gnoien.Unter einem besonderen Omen kamen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Gnoien zu ihrer Jahresversammlung zusammen. Galt es doch, das 125. Jahr ihres Bestehens zu resümieren. Auf den ersten Blick könnte man meinen, bei der Feuerwehr geht es ziemlich ruhig zu. Denn nur zu fünf Brandeinsätzen musste die Wehr 2011 ausrücken. Allein damit war es nicht getan. Zu technischen Hilfeleistungen wurden die Kameraden zwölf Mal angefordert. Macht 17 Einsätze im Jahr, statistisch einen alle drei Wochen. Doch ist diese Rechnung noch nicht einmal die Hälfte der Wahrheit. Denn an 24 Abenden waren reguläre Übungen angesetzt. Daran beteiligten sich durchschnittlich 18 Aktive, wie Wehrführer Mathias Focke zu berichten weiß. Doch die Blauröcke waren noch stärker gefordert, denn bestimmte Ausbildungen können nicht vor Ort erfolgen. Dazu müssen sich die Teilnehmer aufmachen in die Kreisstadt nach Güstrow. So beispielsweise zur Übungsstrecke für Atemschutzträger. Auch die Ausbildung der Truppführer findet dort statt. Aber der Dienst bei der Feuerwehr verlangt den Männern und Frauen noch viel mehr ab. Denn auch bei etlichen Veranstaltungen sind sie entweder federführend beteiligt oder zeigen zumindest Präsenz. Sei es das Tannenbaumver-brennen oder das Osterfeuer, Fackelumzüge, das Mühlenfest oder das Erntefest in Wasdow. Ungezählte Arbeitsstunden leisten die Kameraden des Weiteren bei der Instandhaltung der Technik und des Gerätehauses sowie bei der Pflege und Komplettierung ihrer Sammlung historischer Löschtechnik. So viel Engagement steckt an. Und so ist es nicht verwunderlich, dass in Gnoien eine sehr aktive Jugendfeuerwehrgruppe mit zwei Dutzend Mitgliedern besteht. Doch nicht alles läuft zur Zufriedenheit, auch Kritisches hat Wehrführer Focke anzumerken. So lässt die sportliche Betätigung in der Aktion Fit for Fire sehr zu wünschen übrig. Auch werde die Internet-Seite der Wehr als Aushängeschild diesem Anspruch in keiner Weise gerecht. Gerade im 125. Jahr der Wehr sei dies bedauerlich, konstatiert Focke.