Nordkurier.de

Professor guckt bei Fußballtrainer ab

Dr. Heidrun Niemann und Professor Erich Krüger rahmen die sieben Studenten ein, die sich in Gottin auf den Viola-Wettbewerb in Markneukirchen vorbereiten. [KT_CREDIT] FOTO: Christian Menzel
Dr. Heidrun Niemann und Professor Erich Krüger rahmen die sieben Studenten ein, die sich in Gottin auf den Viola-Wettbewerb in Markneukirchen vorbereiten. [KT_CREDIT] FOTO: Christian Menzel

VonChristian Menzel

Erich Krüger macht Studenten an einem abgeschiedenen Örtchen fit für den internationalen Vergleich. Ein Konzert der Meisterschüler kündigt sich an.

Gottin.Eine Woche lang bereitet Professor Erich Krüger im Bürgerhaus Gottin sieben Studenten der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar auf den Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen vor. Für den 59-jährigen Dozenten, der diesen renommierten Wettbewerb 1972 selbst gewann und der viele Jahre als Solobratscher in namhaften Orchestern mitwirkte, ist das gleichermaßen eine Rückkehr in die Heimat.
„Ich wurde 1954 in Güstrow geboren und lernte an der damaligen Polytechnischen Oberschule I in der Hafenstraße“, erinnert er sich. Von 1962 bis 1969 besuchte er die Güstrower Musikschule und ist noch heute voll des Lobes über diese Zeit. „Gisela Frenkel hat mich an der Geige unterrichtet. Sie war eine hervorragende Pädagogin, die mir die Liebe zum Musizieren erhalten und immer wieder neu entfacht hat“, würdigt er seine inzwischen verstorbene Lehrerin. Außerdem unterhielt die Güstrower Schule damals sehr enge Beziehungen zum Schweriner Konservatorium. Über diesen Weg kam Krüger auf eine Spezialschule in Berlin, wo er auch von der Geige auf die Bratsche wechselte. „Ich liebe dieses Instrument wegen seines Klangs. Es wird eigentlich nur vom Klang des Cellos übertroffen“, schwärmt Krüger.
Das zur Gemeinde Warnkenhagen gehörende Bürgerhaus in Gottin und seine Fördervereinsvorsitzende, Dr. Heidrun Niemann, kannte Krüger schon von einem früheren Auftritt. „Ein Anruf genügte und schon war die Woche vereinbart. Hier finden wir allerbeste Bedingungen vor“, versichert der Professor. Ähnlich wie Joachim Löw mit der Fußballnationalmannschaft sei es ihm darum gegangen, einen abgeschiedenen Ort zu finden, an dem sich die Teilnehmer voll und ganz auf den Workshop konzentrieren können. „Der Viola-Wettbewerb vom 3. bis
10. Mai in Markneukirchen ist hammerhart. Schon jetzt liegen dafür 114 Anmeldungen aus aller Welt vor. Die Teilnehmer müssen acht Werke in kurzer Zeit einstudieren und müssen insgesamt vier Runden durchstehen, wenn sie bis zum Schluss dabei sind“, erläutert Krüger.
Am Ende ihres Workshops in Gottin stellen sich die Meisterschüler für Viola in einem Abschlusskonzert vor. Am Samstag, dem 27. April, interpretieren sie im Bürgerhaus, unterstützt von dem Weimarer Pianisten Andreas Schulz, Werke von Bach, Brahms, Reger, Hindemith und anderen.
Damit ist das Engagement von Krüger in der Region noch nicht beendet. Am
5. Mai ist er im Güstrower Dom mit seinem Bachkollegium der Ilmfestspiele Weimar zu hören. „Dann spielen wir Bach pur“, schaut Krüger voraus, der in der Barlachstadt oft seine Mutter und seine beiden hier lebenden Schwestern besucht.
Das Bach-Collegium mit seinem Leiter Erich Krüger wird übrigens auch das vom Förderverein organisierte VI. Internationale Sommerfestival „Johann Heinrich von Thünen“ eröffnen. „Dann ist Bach pur am Sonntag, dem
9. Juni, in der Kirche Belitz zu erleben“, diktiert Heidrun Niemann den Termin in den Kalender.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×