Reuterstadt bekommt französische Säbel und Pistolen wieder
Die stellvertretende Museumleiterin, Marit Haferkorn, und Mitarbeiter Thomas Zahn untersuchten nach dem Einbruch die historischen Waffen. Foto: Eckhard Kruse
Von unserem RedaktionsmitgliedEckhard Kruse
Nach dem Einbruch wird die Ausstellung „Franzosenzeit“ im Schlossgewölbe im Juli wieder eröffnet. Der Sammler der historischen Waffen erhielt eine Entschädigung. Das Gewölbe wird jetzt noch besser gesichert.
Stavenhagen.Im März ging ein Schock durch Stavenhagen. Einbrecher waren in das Schlossgewölbe eingedrungen und hatten dort versucht, sämtliche Waffen zu stehlen. Das war glücklicherweise nur zu sehr geringem Teil gelungen. Infolge dessen verschwanden aber dennoch alle Hieb- und Stichwaffen aus der Franzosenzeit sowie einige Pistolen und Gewehre. Der Eigentümer holte seine Leihgaben zurück. Das war ein Schlag für das Fritz-Reuter-Literaturmuseum, zu dem auch die Ausstellung „Aus der Franzosenzeit“ gehört, und für die Museumslandschaft in der Region. Doch nun sieht die Ausstellung schon einer Wiedereröffnung entgegen. Die wird laut Bürgermeister Bernd Mahnke wahrscheinlich in der Woche vor dem 13. Juli stattfinden. Denn für das Wochenende 13. bis 15. Juli haben sich die „Langen Kerls“ aus Potsdam zusammen mit vielen anderen Uniformierten zu einem militärhistorischen Biwak im Schlossgarten angesagt. Das ist natürlich ein passender Anlass. Und so werden die „Soldaten“ sich auch dieses Stavenhagener Highlight ansehen können, das einen Blick in die Zeit der französischen Besatzungszeit in Mecklenburg von 1806 bis 1813 zulässt. Wie konnte der Eigentümer der Waffen aber überzeugt werden, die historischen Stücke wieder nach Stavenhagen zu bringen? „Die Enttäuschung war damals sehr groß“, sagte Mahnke. Er habe dem Eigentümer sein tiefstes Bedauern ausgedrückt, dass Eindringlinge sechs Waffen entwenden konnten. In den vergangenen Wochen seien dann viele Gespräche mit der Versicherung geführt worden, um eine größtmögliche finanzielle Unterstützung für den Sammler zu organisieren, so dass der entstandene Schaden voll reguliert worden ist. Vor allem Museumsdirektorin Cornelia Nenz, aber auch er hätten mit dem Eigentümer der Waffen gesprochen. Sammlern wertvoller Gegenstände wollen natürlich auch immer, dass ihre Objekte möglichst sicher verwahrt sind. Auch hier konnte die Stadt das Vertrauen des Eigentümers zurück erlangen. Zu der Alarmanlage und zu den Fenstergittern werden sich nun weitere Maßnahmen gesellen, versicherte Mahnke. Welche das sind, möchte der Bürgermeister aus Gründen der Sicherheit aber lieber nicht verraten. Am 22. März hatten die Einbrecher die Metallgitter durchtrennt. Die Alarmanlage sprang an, der Sicherheitsdienst störte die Täter. Die Einbrecher schafften es dennoch, mit sechs Waffen zu verschwinden. „Der Eigentümer konnte aber noch konkrete Details zu den verschwundenen Waffen geben“, erläuterte Bürgermeister Bernd Mahnke, „so dass die Ermittlungen noch nicht eingestellt sind.“ Das bestätigte Uwe Dettmann von der Malchiner Kripo. Doch die Polizei habe derzeit noch keine konkreten Anhaltspunkte gefunden.