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Rivalen auf den „Acker“ gelotst

VonSimone Pagenkopf

Hier findet sich nun wohl bald jeder wieder, der in Teterow Fußball gespielt hat. Der letzte Teil der Sportchronik ist fertig für den Druck.

Teterow.„Ich hoffe, dass sich nicht erst wieder nach 150 Jahren jemand findet, der die Sportgeschichte unserer Stadt weiterschreibt.“ Wolfgang Blanck denkt da ganz praktisch. Der Teterower weiß nämlich nur zu gut, was es bedeutet, einen solchen Zeitabschnitt aufzuarbeiten. Gemeinsam mit Herward Müller hat er gerade die Kapitel für den dritten und erst einmal letzten Teil der Sportchronik fertig. Im Mittelpunkt stehen die Sportstätten und der Teterower Fußball nach der Wende. „Das mussten wir für die Jubiläumsschriften zur 775-Jahrfeier der Stadt und 150 Jahre Vereinssport noch offen lassen, weil es zeitlich einfach nicht zu schaffen war“, räumt Wolfgang Blanck ein. Herward Müller, der sich speziell den Sporthallen widmete, musste zudem feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, an notwendige Informationen zu kommen. Selbst dann nicht, wenn es noch Zeitzeugen gibt. Bestes Beispiel ist da die einstige Sporthalle in der Poststraße. „Dort war mal ein Kneipensaal und ein Kino. Das ist schon interessant. Ab wann aber Sport getrieben wurde, das wissen viele gar nicht mehr. Und ich habe unzählige Leute befragt“, sagt Herward Müller. Ganz anders wurde er da bei der alten Halle auf dem Schulkamp fündig. Im Stadtarchiv stieß Herward Müller beim Blättern in den alten Zeitungen auf jede Menge Berichte. Schließlich ließ die Stadt diese Halle ja auch für den Schulsport bauen. „Vereinssport wurde erst nach dem Krieg so richtig in der Halle betrieben. Die Stadtväter taten sich durchaus schwer, die zu vergeben“, merkt Wolfgang Blanck an. Er selbst nahm die Sportplätze genauer unter die Lupe, angefangen vom Hohen Holz über das Lange Bruch, den Schulkamp, den Mühlenbruch, Grünen Weg bis zum Bergringstadion, den Ausweichplatz in Niendorf und natürlich den Kunstrasenplatz. Apropos Ausweichplatz in Niendorf. Auf den lotsten die Teterower Kicker ihren Gegner, wenn sie unbedingt gewinnen mussten. Kamen die meisten doch mit dem „Acker“ nicht zurecht.
Wer in Teterow mal Fußball gespielt hat und es zum Kreismeister oder Vizekreismeister und natürlich weiter brachte, der findet sich in diesem Teil der Sportchronik wieder, sagt Blanck. Neben dem SV 90 spielen hier natürlich auch Traktor Niendorf und Eintracht Teterow, wo übrigens der Frauenfußball in Teterow begann, eine Rolle. 500 Exemplare werden jetzt erst einmal gedruckt. Für fünf Euro soll die Broschüre dann zu haben sein.

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s.pagenkopf@nordkurier.de

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