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Sachter Anfang und die Lust aufs Weitermachen

Bestimmten und bestimmen die Geschicke des Bibliotheksvereins: Britta Gfrörer, Helga Wilke, Dr. Petra Dinse und Karola Lüders (von links). [KT_CREDIT] FOTOs: Thomas Koch
Bestimmten und bestimmen die Geschicke des Bibliotheksvereins: Britta Gfrörer, Helga Wilke, Dr. Petra Dinse und Karola Lüders (von links). [KT_CREDIT] FOTOs: Thomas Koch

VonIris Diessner

Zum runden Geburtstag gibt es Geschenke. Die meisten hat sich der Verein der Malchiner Bibliotheksfreunde in den vergangenen 20 Jahren selbst bereitet.

Malchin.Friedrich Schorlemmer war hier, Helmut Sakowski und Ursula Karusseit ebenso wie Thomas Brussig, Wibke Bruns, Henning Scherf und Siegrid Damm. Was sich hier liest wie ein „Who is who“ aus Kultur und Wissenschaft, ist die Liste derjenigen, die in den vergangen Jahren in Malchin aus ihren Büchern lasen. Eingeladen vom Verein der Malchiner Bibliotheksfreunde.
Und der feierte jetzt seinen 20. Geburtstag. Dr. Petra Dinse, die Leiterin der Stadtbibliothek, ging dafür noch mal auf Erinnerungsreise. Sie wisse noch gut, wie vor 20 Jahren der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bei ihr anrief und der Bibliothek die Teilnahme am bundesweiten Vorlesewettbewerb vorschlug. „Wir wollten schon, hatten aber kein Geld dafür“, berichtet sie. Dann solle sie doch einfach einen Verein gründen, hieß es damals.
Einfach? Zum Glück hätten sich schnell Mitstreiter gefunden. Eine davon war Karola Lüders, die Lehrerin. „Mir war es ganz wichtig, dass unsere Malchiner Stadtbibliothek für unsere Schüler erhalten bleibt“, erzählt sie. Darum habe sie nicht lange überredet werden müssen, die erste Vorsitzende des Vereins zu werden.
Aber ihr Ziel sei es immer gewesen, nicht nur die Stadtbibliothek in vielen Belangen zu unterstützen, sondern ebenso etwas für das kulturelle Leben in Malchin zu tun. In diesem Zusammenhang zitiert Petra Dinse gern ein Lied von Gerhard Schöne „Alles muss klein beginnen“. „So war das auch mit unserem Verein“, erzählt sie. Noch im Gründungsjahr wurde der erste Bücherfrühling gefeiert. Mittlerweile ein Fest, das der Bibliothek immer ein volles Haus beschert. Beliebt bei Kindern, Eltern und Großeltern. Natürlich findet in jedem Jahr der Vorlesewettbewerb statt. Seit drei Jahren nehmen Schüler aus Malchin auch am FerienLeseClub teil. Neue Bücher und neue Leser sind das Resultat.
Nicht mehr wegzudenken aus dem kulturellen Leben der Stadt sind die Lesungen oder kleinen Konzerte mit Autoren, Künstlern, Wissenschaftlern und auch Politikern. 115 sind es mittlerweile geworden. Nachzulesen in der Geburtstagsbroschüre des Vereins. Dort wird auch an die Literaturfahrten, die literarischen Spaziergänge und an die Veranstaltungen „Bücher aus dem Feuer“ erinnert.Wenn sie dann sehen, wie viel Resonanz alles findet, dann ermuntere dies natürlich zum Weitermachen, betont Britta Gfrörer, die jetzt den Verein leitet.
Möglich sei dies in den vergangenen 20 Jahren alles nur durch die Hilfe vieler Sponsoren, betonen die Vereinsmitglieder. Und sie hoffen natürlich, dass diese Unterstützung anhält. Auch vom Landkreis bringt Landrat Heiko Kärger zur Geburtstagsfeier einen Scheck mit und stellt noch eine weitere Summe in Aussicht. Damit lassen sich vielleicht noch ein paar Wünsche erfüllen.
Man muss es ja nicht so weit treiben, wie des „Fischers Fru“ im Märchen, das die Puppenbühne Ernst Heiter zeigt. Aber das ist ja schließlich nur ein Märchen.

Kontakt zur Autorin
i.diessner@nordkurier.de

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