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Schon Kinder schlagen brutal zu

Von unserem Redaktionsmitglied
Simone Pagenkopf

Die Teterower Polizei kann ihre Ermittlungserfolge weiter verbessern. Schwere Körperverletzungen wurden komplett aufgeklärt. Das Gros der Anzeigen sind indes Diebstähle, weist die vorliegende Kriminalstatistik aus.

Teterow.Ein Stück weit zufrieden blicken die Beamten durchaus auf die Zahlen der vorliegenden Kriminalstatistik. Mit 1936 ging die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr gegenüber 2011 (da waren es 2001 Fälle) leicht zurück. Die Aufklärungsrate liegt bei 64,31 Prozent. Damit erzielen die Beamten im Teterower Revier nicht nur landkreisweit das beste Ergebnis, sie liegen mit ihrem Aufklärungserfolg auch über dem Landesdurchschnitt von 58,5 Prozent.
Zurücklehnen ist aber nicht. Das ist den acht Beamten der Kripo in Teterow, die mit ihren Kollegen im Revier Hand in Hand arbeiten und neben der Teterower Region auch für die Bereiche Krakow am See und Lalendorf zuständig sind, klar. Gerade bei Rohheitsdelikten und Straßenkriminalität haben sie es immer wieder auch schon mit Kindern als Täter zu tun. Der härteste Fall war im November vergangenen Jahres auf dem Schulkamp in Teterow, als eine Gruppe Jugendlicher – der Jüngste war 13 – einen Mitschüler brutal verprügelte (der Nordkurier berichtete). Insgesamt hatten die Beamten im vergangenen Jahr mit 23 gefährlichen und schweren Körperverletzungen zu tun, alle wurden aufgeklärt.
Der Schwerpunkt in der Ermittlungsarbeit sind aber ganz klar Diebstähle. Dirk Höhlein, Leiter des Teterower Reviers, weist auf 343 einfache sowie 448 schwere Diebstähle im vergangenen Jahr. Auf Buntmetall und Diesel hatten es Langfinger vielfach abgesehen. Dieseldiebe waren gerade an den Baustellen der Erdgaspipeline aktiv. „Es gab aber auch eine Kinder- und Jugendgang, die uns eine ganze Weile beschäftigt hat“, sagt Roland Wölk, Chef der Kripo. Sachbeschädigungen und Schmierereien hatte sie hinterlassen. Mitte November zum Beispiel hatte sie u. a. mit dem Einbruch in eine Kita und eingeschlagenen Fenstern der Stadtmühle jede Menge Spuren in der Stadt hinterlassen.
Leider keinen Erfolg hatte die Polizei bei der Aufklärung von mehreren Diebstählen aus Autos vor allem im Bereich des Friedhofs. Da kann sie nur noch einmal darauf aufmerksam machen, nichts sichtbar in parkenden Fahrzeugen liegen zu lassen.
Auch was den Diebstahl aus oder von Taschen betrifft, kann jeder selbst vorbeugen. Immer wieder kommt es vor, dass beim Einkaufen die Tasche im Korb steht, vielleicht sogar noch offen, und in aller Ruhe in den Regalen nach den Waren geschaut wird. Manch einer legt sogar das Portmonee, das er in der Hand hat, einfach ab. Solch ein Leichtsinn muss nicht sein, mahnt die Polizei. Das betrifft nicht nur ältere Leute. Was mit ihnen aber nach wie vor versucht wird, sind der sogenannte Enkeltrick oder jetzt auch Schockanrufe. „Das beschäftigt uns immer wieder“, bestätigt Roland Wölk. Was Letzteren betrifft, werde vorgegaukelt, dass ein Verwandter in Schwierigkeiten steckt, zum Beispiel einen Unfall hatte und mit einer Abstandszahlung aus dem gröbsten Problem heraus käme. „Zum Glück ist es in unserer Region noch nicht zur Geldübergabe gekommen. In anderen Gebieten haben solche Schockanrufe aber schon zum Erfolg für die Betrüger geführt“, weiß Wölk.
Um sich schlau zu machen, wie man sich in solchen Betrugsfällen und auch darüber hinaus richtig verhält, bietet die Polizei im Zuge ihrer präventiven Arbeit Beratungen an. Schon mehrfach waren Beamte zum Beispiel im Wokerner und Groß Roger Bereich unterwegs. „Wir können auch Kontakt zur kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Rostock herstellen, wenn es um Veranstaltungen zum Thema Kriminalprävention geht“, bietet der Teterower Revierleiter an.

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