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Siebentklässler mausern sich zu Imkern

Auf dem Hochbeet haben die Schüler Kräuter gepflanzt.  FOTOs: Simone Pagenkopf
Auf dem Hochbeet haben die Schüler Kräuter gepflanzt. FOTOs: Simone Pagenkopf

VonSimone Pagenkopf

Für die Ankunft des ersten Bienenvolkes im Park der Ziddorfer Wassermühle laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Voller Begeisterung sind Schüler aus der Förderschule mit dabei.

Ziddorf.Beuten? Für die Siebentklässler aus der Teterower Förderschule ist das längst kein Fremdwort mehr. Sie wissen auch genau, wie man sie aufbaut. Und greifen dann auch schon zu Pinsel und Farbe, um die ersten Kunststoffbeuten zu streichen. Eine Farbe wählen sie erst einmal ab: Rot. Das können die künftigen Bewohner nicht sehen, kommt prompt die Erklärung, weil sie ein ganz anderes Lichtspektrum haben als der Mensch. Klar, es geht um Bienenhäuser und die fleißigen Honigsammler.
Im Park der Wassermühle Ziddorf wird eine Bienenweide angelegt und soll zudem eine kleine Schauimkerei entstehen. Der Teterower Imkerverein hat den Hut auf bei diesem Projekt des Wassermühle-Vereins, die zehn Schüler helfen. Ganz begeistert. Justin kennt sich sogar schon ein bisschen aus mit der Imkerei. Zuhause in Rey schaut er oft bei einem Imker vorbei, darf auch schon einiges mitmachen. Wer weiß, vielleicht wird er sogar selbst einmal Imker. „Das wäre doch schön, wenn wir den einen oder anderen Imker hervorbringen“, meint Annett Laabs, die ihre Schüler bei diesem Projekt begleitet. Wissbegierig sind sie schon mal, zupacken können sie auch. Tom zum Beispiel gehen die Arbeiten flott von der Hand. Siegfried Erdmann kann ihm bereits das nächste Teil des Bienenhauses zum Streichen geben.
Der Vorsitzende des Teterower Imkervereins hat alle notwendigen Imkersachen schon bereit liegen. Beuten aus Kunststoff und Holz, um die unterschiedlichen Arten zu zeigen, das „Inventar“, Waben und Schleuder, selbst Schutzkleidung für die Schüler. In der zweiten Maihälfte könne das erste Volk einziehen, ca. 30000 Bienen, die von Vereinsmitglied Siegurt Tilly kommen. „Zwei weitere Völker wollen wir noch kaufen“, ist von Siegfried Erdmann zu erfahren. Der lange Winter in diesem Jahr sei schwer gewesen für die Bienen. Es gab viele Verluste. Der Demminer Imker-Verein rechnet mit kurz über 30 Prozent Winterverlusten. Bei Siegfried Erdmann ist ein Volk von zehn eingegangen. Mit den Demminern halten die Teterower bei diesem Projekt Bienenweide und Schauimkerei engeren Kontakt. Dort sei bereits eine Schülerfirma gegründet worden. „Darüber können wir vielleicht auch noch nachdenken“, meint Siegfried Erdmann. Auf jeden Fall wird in der Ziddorfer Wassermühle bald eigener Honig erzeugt. Natürlich bekommen die Schüler erst einmal eine Kostprobe. Später sollen auch 500-Gramm-Gläser mit einem entsprechenden Schild „Honig aus eigener Imkerei“ verkauft werden.

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