
| Gesundheit |
von Eberhard Rogmann/Torsten Bengelsdorf
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Kurz vor dem Weihnachtsfest wird in der Mecklenburgischen Schweiz immer noch heftig über Mücken gestritten. Haben sie nun die Keime ins Trinkwasser gebracht oder nicht? Starke Zweifel an der offiziellen Version für die Herkunft der Enterokokken meldete in der Gnoiener Stadtvertretersitzung in dieser Woche Gerd Tschiesche (SPD) an. „An das Märchen von den Mücken glauben doch nur Deppen“, wetterte der Mediziner. Aus seiner Sicht geht die Verunreinigung auf die vielen Biogasanlagen zurück.
Mit dieser Meinung steht Dr. Tschiesche nicht allein. Andere Ärzte verweisen darauf, dass die Enterokokken zu den Fäkalbakterien gehören, also in der Gülle vorkommen. Deren Ausbringung in diesem Sommer angesichts des Hochwassers besonders problematisch war. Diesen Verdacht kennt Klaus Reinders, Betriebsführer des Zweckverbandes Wasser/Abwasser „Mecklenburgische Schweiz“ in Teterow. Er hält die Laborbefunde dagegen, die Mücken als Verursacher ausmachen.
Auch in der Stadt Dargun waren die kleinen Tierchen bereits eindeutig als Wasserverschmutzer entlarvt worden, nachdem über 100 Exemplare am Deckel eines Reinwasserbehälters klebten (der Nordkurier berichtete). Mittlerweile wird die Mücke am Klostersee auch schon zum Politikum, nachdem die Darguner CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Wortmann aussprach, was viele denken: Es gibt wohl einen Zusammenhang mit der Flutung der Polderwiesen. Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann (Die Linke) hält dagegen: „Dass wir jetzt nach der Vernässung schauen, bringt uns nicht weiter. Wir werden nichts mehr daran ändern können."
Mücken gibt es immerhin auch ohne Vernässungsgebiete. Zum Beispiel in Stavenhagen, wie Peter Dammann vom Wasserzweckverband Malchin-Stavenhagen am Donnerstag noch einmal feststellte. „Einzelnen Mücken gelang es, in die betroffenen Reinwasserbehälter einzudringen, so dass diese Behälter als Quelle der Verunreinigungen ausgemacht wurden“, erläuterte Dammann.
Überraschend verhängte der Wasserzweckverband am Donnerstag für die Bereiche Stavenhagen und Umland sowie für Gädebehn erneut eine Abkochanordnung. Begründung: Durch das Chloren des Wassers könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich einzelne mikrobiologische Messwerte erhöht haben.
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