
| Kommunen |
von Eberhard Rogmann
|
Bei der Vorstellung des Amtsetats für das laufende Jahr blinkt die rote Warnlampe schon mal auf, wenn auch nur kurz: Die Aufwendungen in Höhe von 1,283 Millionen Euro übersteigen die Erträge um stolze 90300 Euro. Womit der Haushalt ein nicht unbeträchtliches Minus aufweist. Ausgeglichen wird der Fehlbetrag allerdings durch einen Griff auf die Rücklage.
Dank dieser Entnahme konnte die Amtsumlage auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Im Klartext: Der Stadt Gnoien und den sechs Landgemeinden bleibt es diesmal noch erspart, mehr zu zahlen für die Verwaltung. Im nächsten Jahr werde es den Griff in die Rücklage aber nicht mehr geben, stellt Hans-Georg Schörner, Vorsitzender des Finanzausschusses, nüchtern in Aussicht. Amtsvorsteher Claus-Peter Gering indes spricht mit Blick auf die neue, sogenannte doppische Haushaltsrechnung von „katastrophaler Unverständlichkeit“. Womit er umschreibt, dass kaum ein Laie das Zahlenwerk überblicken kann, geschweige denn durchschaut.
Noch schlimmer allerdings empfindet er, dass die Umstellung auf das neue System das Amt teuer zu stehen kommt. Sehr teuer. „In den Jahren seit 2006 haben wir 104391,90 Euro dafür ausgegeben. Ein Betrag, den wir in dieser Höhe nie für erforderlich gehalten hätten“, gesteht der Amtsvorsteher. Dieses Geld musste das Amt überdies aus dem laufenden Geschäft aufbringen, das heißt Förderzuschüsse vom Land gab es dafür nicht. Dabei ist die Umstellung noch gar nicht in Gänze vollzogen. Denn noch fehlt die notwendige Eröffnungsbilanz.
Diese listet das kommunale Eigentum auf und weist dessen Wert finanziell als Eigenkapital aus. „Die Erfassung haben wir in den zurückliegenden Jahren bereits vorgenommen“, sagt Kämmerin Ruth Ehlert. „Was noch aussteht, ist die Erarbeitung der Bilanzen.“ Claus-Peter Gering hat indes einen weiteren Faktor künftiger Kostensteigung ausgemacht – die Software.
„Das Schreiben von Software-Programmen ist offenbar eine Lizenz zum Geldscheffeln“, stöhnt der Amtsvorsteher ob der damit verbundenen exorbitanten Kosten. Und ein Ende sei nicht abzusehen, ständig gebe es neue Updates. „Dabei haben wir gar keine Wahl. Wegen der vereinheitlichten Haushaltsführung und Kommunalverwaltung müssen wir immer auf dem neuesten Stand sein. Wir brauchen die Programme, um arbeiten zu können. Es ist einfach furchtbar, was da auf uns zukommt“, malt Gering ein ziemlich düsteres Bild.
|
|