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Staatsanwalt klagt Feuerwehrmann an

Von unserem RedaktionsmitgliedTorsten Bengelsdorf

Ein 17-Jähriger soll bis zum Sommer des Vorjahres für die Brandserie in Malchin verantwortlich sein. Der junge Mann war trotz der Vorwürfe erst im Februar in den aktiven Dienst der Feuerwehr befördert worden.

Malchin.Es hörte sich bereits wie ein Freispruch an: Der Verdacht der Brandstiftung gegen einen angehenden Feuerwehrmann habe sich nicht erhärtet, hatte Malchins Wehrführer Andreas Mohrholz auf der Jahreshauptversammlung der Kameraden im Februar verkündet. Daraufhin wurde der 17-Jährige in den aktiven Dienst befördert. Doch nun steht der Jugendliche plötzlich doch vor Gericht. Am 7. Mai soll gegen ihn wegen des Verdachts der Brandstiftung verhandelt werden. Dem Feuerwehrmann wird zur Last gelegt, zwischen November 2011 und August 2012 für eine Serie von Müll- und Papiercontainer-Bränden in Malchin verantwortlich zu sein, teilte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler mit. Außerdem wirft ihm die Anklagebehörde drei schwere Brandstiftungen vor, bei denen auch Wohnhäuser betroffen waren. Der 17-Jährige bestreite die Taten. Zu der Hauptverhandlung, die wegen des Alters des Verdächtigen nicht öffentlich ist, sollen nach Informationen unserer Zeitung aber eine ganze Reihe von Zeugen geladen sein.
Einer davon ist Feuerwehr-Chef Andreas Mohrholz. „Sollten bei Gericht neue Tatsachen zu Tage treten, dann gibt es keine Diskussionen, dann werden wir uns von dem Kameraden trennen“, sagt Mohrholz. Seine Hand wolle er für den jungen Mann nicht ins Feuer legen. Dazu sei er schon zu oft in anderen Fällen enttäuscht worden, meint der Wehrführer. Warum aber hat er dann den Verdächtigen noch im Februar befördert? „Wir hatten ihn immerhin fast ein Dreivierteljahr beurlaubt. Dann hat er uns Schreiben von der Staatsanwaltschaft vorgelegt, dass ihm angeblich nichts nachzuweisen ist“, erklärt Malchins Feuerwehr-Chef.
Wie Polizei und Feuerwehr übereinstimmend berichten, sei die Brandserie im August des Vorjahres zunächst beendet gewesen. Danach seien dann allerdings wieder mehrere Papiercontainer in Flammen aufgegangen. Doch sei jetzt dermaßen mit einem Brandbeschleuniger nachgeholfen worden, dass auch die Behälter völlig zerstört worden seien.

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