Knapp zwölf Tonnen hängen da am Kran. Die Teterower Firma Technus lieferte ihr bisher größtes Hausboot aus. FOTO: Pagenkopf
Von unserem Redaktionsmitglied Simone Pagenkopf
Die Firma Technus in Teterow liefert ihr bisher größtes Hausboot aus. Es ist ein Trimaran, der das Gewicht trägt. Dabei hat das knapp zwölf Tonnen schwere Gefährt gerade mal einen Tiefgang von 50 Zentimetern.
Teterow.Knapp zwölf Tonnen hängen da am Haken. Behutsam schwenkt der Kranfahrer das Hausboot hinüber zum Lkw. Zentimeterarbeit ist gefragt, um es sicher auf der Ladefläche zu platzieren. Bernd Krafft hat alles genau im Blick. Es ist ja auch sein „Kind“, das jetzt vom Hof der Technus KG rollt. „Das ist ein Highlight, auf alle Fälle“, sagt der Geschäftsführer der Teterower Firma und seine Augen leuchten. „Wir haben schon über 100 Katamarane gebaut. Aber das hier ist ein Trimaran, um die großen Gewichte aufzunehmen. Er ist das Größte, was wir bisher gebaut haben.“ Angefangen hat alles vor drei Jahren. Mit einem Modell aus Pappe kamen Knut Stopp und Sibylle Gräber zur Technus KG. „Nur um mal eine Grundvorstellung zu geben“, sagt er. Mit seiner Leidenschaft fürs Segeln hatte er seine Frau ja längst angesteckt. „Wir haben einen Katamaran, aber inzwischen waren wir es leid, nur zu segeln, nichts zu sehen. Ich wollte schon mit 20 ein Hausboot haben, gemütlich irgendwo in einer Bucht liegen. Jetzt sind wir Rentner. Wir haben Zeit und wir wollen aufs Wasser. Mit diesem Hausboot erfüllen wir uns einen Lebenstraum.“ Und Bernd Krafft war dafür genau der richtige Mann. Aus dem Modell machte er die technische Zeichnung, holte daraufhin Angebote ein. Über 20 Mal saß er mit seinen Kunden zusammen, sprach Details ab. „Wir haben dann das Stahlgestell nach Holland geschickt, dort wurde das Haus drauf gesetzt, es kam zurück und wir haben die Schwimmkörper darunter gebaut“, rafft der Technus-Geschäftsführer schmunzelnd die Zeitschiene. Wohl wissend, dass im Detail eine immense Leistung steckt. Knut Stopp und Sibylle Gräber haben alle Technik an Bord, die sie brauchen. 12,80 Meter lang, 4,60 Meter breit und rund 4,20 Meter hoch sind übrigens die Maße des Hausbootes. Im Wasser liegt es gerade mal 50 Zentimeter tief. „Das ist wichtig, wenn man ans Ufer fahren will“, erläutert Bernd Krafft. An der Petersdorfer Brücke an der A 19 war gestern Schiffstaufe. Von dort fahren die Hausbootbesitzer jetzt erst einmal nach Waren und werden ihr Boot zwei Wochen auf der Müritz testen. Es sei ja doch vieles neu, gerade was die Technik betrifft. Natürlich begleitet Bernd Krafft sie dabei. „Wir haben in Waren einen Liegeplatz. Mit der Krantechnik konnten wir dort aber nicht ran, um das Boot ins Wasser zu setzen“, merkt er an. Mit maximal zwölf km/h kann das Hausboot unterwegs sein. „Mehr darf man auf der Müritz auch gar nicht fahren“, fügt Bernd Krafft hinzu. Getauft wurde das Hausboot übrigens auf „Choukran“. „Das ist arabisch und heißt einfach Danke“, sagt Knut Stopp. „Weil viele mitgewirkt haben, dass es gelingt, ganz besonders Krafft‘s.“ Knut Stopp und Sibylle Gräber steuern dann als nächstes Ziel Berlin an. Kultur tanken. „Vom 300. Geburtstag des Alten Fritz wollen wir noch ein bisschen was haben. Da gibt es ja einige Veranstaltungen“, freut sich Sibylle Gräber schon. Knut Stopp träumt seinen Traum indes weiter – „mit dem Hausboot zum Schwarzen Meer. Durchs Donaudelta fahren, das muss traumhaft sein ...“