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Vize-Bürgermeisterin: Er hat für seine Gemeinde gelebt

Wolfgang Käsler (rechts) war mehr als 20 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Briggow. Seinerzeit führte er auch den Landrat Frieder Jelen (links) durch die Räume der Heimatstube im Gutshaus.  Foto: Eckhard Kruse
Wolfgang Käsler (rechts) war mehr als 20 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Briggow. Seinerzeit führte er auch den Landrat Frieder Jelen (links) durch die Räume der Heimatstube im Gutshaus. Foto: Eckhard Kruse

VonEckhard Kruse

Wolfgang Käsler, Bürgermeister der Gemeinde Briggow und ehemaliger Amtsvorsteher, ist verstorben.

Briggow.Wolfgang Käsler war immer auf Achse – für seine Gemeinde natürlich und viele Jahre auch für das Amt Stavenhagen Land. So kannten ihn die Anwohner seines Dorfes und im Nachbarort Sülten bis zuletzt. Denn er war Bürgermeister der Gemeinde Briggow und lange Jahre auch Amtsvorsteher. Nun hat sich sein Lebenskreis geschlossen. Wolfgang Käsler verstarb vor wenigen Tagen nach langer schwerer Krankheit. Heute findet eine Trauerfeier in der Briggower Kirche statt. Beigesetzt wird der Verstorbene später im engsten Familienkreis.
Selbst seine schwere Krankheit ließ Wolfgang Käsler in seinem Elan nicht nachlassen. Er blieb weiter Bürgermeister der Gemeinde Briggow, so wie er es seit 1990 immer war. „Das war das, was ihn hochgehalten hat“, schildert Adelheid Peters, die ihn lange Jahre kennt und ihm als stellvertretende Bürgermeisterin zur Seite stand. „Er hat für seine Gemeinde gelebt.“ Käsler habe ein großes Herz für die Kindereinrichtung, für die Feuerwehr und auch für den Kultur- und Heimatverein gehabt, weiß Frau Peters. Er habe getan, was möglich war.
Der Ausbau der Kita in Sülten war ein Projekt, das ihm sehr unter den Nägeln brannte. Das konnte im vergangenen Jahr auch endlich umgesetzt werden. Anderes schaffte er nicht mehr: „Was er gern noch gewollt hätte, ist der Ausbau der Dorfstraße in Sülten und die Gemeindefusion mit Bredenfelde“, erzählt Adelheid Peters weiter. Und auch die Gestaltung des Gutshofes in Briggow hätte er sich gewünscht.
Adelheid Peters hat ihn sehr geschätzt. „Wenn er was geplant hat, blieb er immer am Ball.“ Er habe ein sehr gutes Gedächtnis gehabt. Und er habe gesagt, was er gedacht hat.
Das kann Joachim Demske nur bestätigen. Als Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Stavenhagen Land und Hauptamtsleiter von Stavenhagen arbeitete er lange mit Wolfgang Käsler zusammen. „Er war geradeaus“, sagt Demske. Er blickt auf eine konstruktive und angenehme Zeit der Arbeit mit Wolfgang Käsler zurück.
Käsler habe viel für das Amt Stavenhagen Land getan, schildert Demske weiter. Er habe sich dafür stark gemacht, dass die Gemeinden Rosenow, Mölln und Knorrendorf dazu kommen. Bei der Fusion von Amt und Reuterstadt führte er die Fusionsverhandlungen zu Ende. „Und bei seiner Gemeinde und im Amt hat er immer das Geld zusammengehalten.“
Wolfgang Käsler ist am 3. Februar 1938 in Vorhaus bei Goldberg geboren worden. In Halle studierte er und wurde Diplom-Agraringenieur. Er arbeitete in Basedow, in Briggow, bei der LPG Ivenack, beim ACZ Bredenfelde und war Mitglied der Agrargenossenschaft Bredenfelde.
1990 stellte er sich den ersten freien Wahlen und wurde Bürgermeister. 1991 Wahl wurde er zum Amtsvorsteher des heute nicht mehr existierenden Amtes Stavenhagen Land gewählt. Er baute das Amt auf, traf personelle Entscheidungen und bereitete den Umzug vom Büro in Jürgenstorf in die Neue Straße in Stavenhagen vor.

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