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Vorurteile sind schon beiseite gelegt

Jetzt können sich die Tagesgäste auch an den Außenanlagen erfreuen.  FOTO: Simone Pagenkopf
Jetzt können sich die Tagesgäste auch an den Außenanlagen erfreuen. FOTO: Simone Pagenkopf

VonSimone Pagenkopf

Inder neuen Pflegeeinrich- tung des DRK in Teterow genießen die Tagesgäste die Gemeinschaft. Jetzt ist auch ums Haus herum alles fertig.

Teterow.„Ich bin mit Vorurteilen hergekommen.“ Daraus macht Rudolf Leutner gar keinen Hehl. Die hat er aber schnell beiseite gepackt. „Hier kann man sein Alter verbringen“, stellt der Teterower fest. Die Schwestern lesen einem ja jeden Wunsch von den Augen ab.“ Einmal in der Woche kommt Rudolf Leutner in die Tagespflegeeinrichtung des DRK-Seniorenzentrums in Teterow, überlegt aber schon, ob er nicht einen zweiten Tag dazu nimmt. Dann sei er noch weniger allein, sagt der Senior, der gern erzählt, viel lacht.
Mitte März wurde das neu gebaute Haus mit 15 Plätzen eröffnet. Fast 600000 Euro hat der DRK-Kreisverband hier investiert. Inzwischen hat Pflegedienstleiterin Fanny Walden den 18. Tagesgast begrüßt. So einiges mussten sie in den vergangenen Wochen noch aushalten. Ronald Hinkelmann, Leiter des Seniorenzentrums, schaute so manches Mal besorgt nach dem Rechten, wenn es draußen etwas lauter zuging. „Durch den langen Winter verzögerten sich die Außenarbeiten. Jetzt haben wir aber alles fertig“, sagt er. Und das wurde mit einem kleinen Fest gefeiert.
Rudolf Leutner hat sich mit anderen Senioren nach draußen gesetzt. Er genießt den Blick ins Grüne. Das Team des Gartenmarktes hat unter anderem einen kleinen Kräutergarten angelegt. Was hier wächst, wird später in der Küche verarbeitet. Es kann nämlich auch gemeinsam gekocht werden. Aber das überlasse er doch lieber den Frauen, bemerkt Rudolf Leutner augenzwinkernd.
Montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr sind Fanny Walden und ihr Team für die Tagesgäste da. Noch sind sie zu dritt, fünf Mitarbeiter sollen es werden, ist von Ronald Hinkelmann zu erfahren. Fanny Walden hat übrigens im Teterower DRK-Heim erst ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht, dann ihre Ausbildung zur Altenpflegerin absolviert. Nach der Weiterbildung kam sie jetzt als Pflegedienstleiterin zurück. „So oft hört man, dass der Beruf Perspektive bietet. Wir zeigen es hier auch“, freut sich Ronald Hinkelmann. So wie mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr gebe es jetzt vier Plätze im Bundesfreiwilligendienst. „Wir gucken natürlich wieder, ob sich eine Ausbildung anschließen kann.“
Indes zieht es die Tagesgäste in die Küche. Gemeinsam trinken sie Kaffee, wollen noch ein bisschen erzählen, bevor dann alle wieder nach Hause gebracht werden.

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s.pagenkopf@nordkurier.de

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