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80 Tonnen Essen vor dem Müll gerettet

Erstmalig findet von heute an bis zum Samstag das 19.Bundestreffen der deutschen Tafeln in Neubrandenburg statt. Zugleich feiert die Tafel 20-jähriges Jubiläum. Robert Kiesel sprach mit dem Leiter der Neubrandenburger Tafel, Frank Münzberger.

Herr Münzberger, 19 Jahre lang hat es gedauert, ehe das Bundestafeltreffen erstmalig im Nordosten ausgetragen werden kann. Ein Kraftakt?
Mit Sicherheit. Wir haben uns schon vor drei Jahren für die Austragung beworben, wurden leider vertröstet. Dass es nun geklappt hat, macht uns umso glücklicher.

Dass das Treffen in Neubrandenburg stattfindet, können Sie aber sicher auch als Anerkennung Ihrer Arbeit werten?
Ich denke schon. Als mein Mitstreiter Anton Kaindl und ich vor zwölf Jahren anfingen, haben wir die Lebensmittel noch mit dem eigenen Pkw ausgefahren. Jetzt haben wir drei Kühlfahrzeuge und sammeln als Neubrandenburger Tafel rund 80 Tonnen Lebensmittel pro Monat ein. Wir unterstützen rund 2000Bedürftige in Neubrandenburg und der Region. Einer unseren ersten Spender war übrigens der Rewe-Markt Melka, der uns heute noch unterstützt.

Wie viele Teilnehmer erwarten Sie zum Jubiläumstreffen? Immerhin feiern die deutschen Tafeln 20-jähriges Bestehen.
Wir rechnen mit bis zu 700Gästen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die kommen wirklich aus allen Bundesländern, von Schleswig-Holstein bis runter nach Baden-Württemberg. Bisher hat auch noch niemand wegen Hochwasser abgesagt.
Worauf dürfen sich Ihre Gäste freuen?
Wir haben ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Höhepunkte sind die Mitgliederversammlung in der Konzertkirche am Freitag und die Festveranstaltung anlässlich des 20-jährigen Jubiläums in der Stadthalle. Gespannt sind wir aber auch auf die „lange Tafel“ am Sonnabend auf dem Neubrandenburger Marktplatz.

Steht das Treffen unter einem besonderen Schwerpunkt?
Es geht um einen allgemeinen Austausch, darum Probleme und deren Lösungen zu besprechen und sich gegenseitig zu helfen. Deshalb wird es auch Workshops und Weiterbildungen geben.

Drei Tage, über 700 Gäste - ein großer Aufwand für einen kleinen Zirkel wie die Neubrandenburger Tafel. Hatten Sie Unterstützer?
Ohne die Hilfe aus dem Landesverband wäre die Planung und Vorbereitung nicht möglich gewesen, da haben wir alle an einem Strang gezogen. Doch auch die Stadt hat ihren Teil dazu beigetragen und uns viele Türen geöffnet.

Keine Türen geöffnet, dafür aber Kilometer gemacht haben auch die Bewohner Neubrandenburgs beim Spendenlauf. Die Auflösung der Stadtwette steht unmittelbar bevor. Sind sie optimistisch?
Natürlich bin ich das, die Resonanz war ja schier unglaublich.Ich bin mir sicher wir knacken die 5000er Marke und bedanke mich auf diesem Wege bei allen Teilnehmern. Das würde bedeuten, dass uns Rewe pro gelaufenem Kilometer zwei Kilogramm haltbare Lebensmittel spendet.

Kontakt zum Autor
r.kiesel@nordkurier.de

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