Abrisspläne sollen noch mal auf die Tagesordnung

Derzeit beseitigt ein Bagger den Bauschutt in der Poststraße 13. [KT_CREDIT] FOTO: D. Kleindienst
Derzeit beseitigt ein Bagger den Bauschutt in der Poststraße 13. [KT_CREDIT] FOTO: D. Kleindienst

Von unserem Redaktionsmitglied
Anke Brauns

Die GWA stärker in die Pflicht nehmen, sich besser über Rückbau informieren und vielleicht auch den Aufsichtsrat neu besetzen – mit einem Einwohnerantrag soll erreicht werden, dass sich ein Abriss wie in der Poststraße 13 nicht wiederholt.

Altentreptow.Die Unterschriften haben sie gestern zwar an Bürgermeister Volker Bartl (CDU) übergeben. Aber die Mitstreiter der „Bürgerinitiative gegen den Abriss des Hauses Poststraße 13“ wollen schon, dass sich alle Stadtvertreter noch einmal mit dem bereits verschwundenen Haus und der gesamten Problematik Rückbau in der Altstadt befassen. Deshalb haben sie Bartl einen Einwohnerantrag nach Paragraf 18 der Kommunalverfassung überreicht und hoffen, dass dafür ausreichend Unterschriften anerkannt werden. Mit einem Einwohnerantrag können Bürger erreichen, dass eine wichtige Sache in der Stadtvertretung behandelt wird. Voraussetzung ist, dass mindestens fünf Prozent der Einwohner über 14 Jahre den Antrag unterschrieben haben. Bartl will das prüfen lassen, sicherte er Gunhild und Hasso Kruse sowie Eckhard Kruse zu.
Die haben zusammen schon rund 400 Unterschriften von Altentreptowern gesammelt, ein paar davon werden noch nachgereicht. Dazu kommen zahlreiche Unterschriften von Leuten, die nicht hier wohnen, das Anliegen aber trotzdem unterstützen. „Das war eins der außergewöhnlichsten Häuser, die wir hatten“, meinte Eckhard Kruse, auch wenn es durch Umbauten nicht mehr so ansehnlich gewesen sei wie früher. Gunhild Kruse zeigte Bartl zahlreiche Fotos des Hauses. Der Zustand sei nicht so schlecht gewesen, wie immer wieder gesagt wurde, betonte sie. Sie bedauerte noch einmal, dass sich die Stadtvertreter nicht selbst ein Bild davon gemacht haben, auch Bartl war nicht im Gebäude.
„Jetzt ist es zu spät für das Haus, aber wir müssen ein Umdenken erreichen“, sagte Eckhard Kruse. Die Initiative fordert deshalb in ihrem Antrag, dass die Stadt die GWA bei der Sanierung und Erhaltung von Altstadthäusern stärker in die Pflicht nimmt. Stadtvertreter sollen besser über Abrisspläne informiert werden, um gegensteuern zu können. Die Erhaltung, Sanierung und Verschönerung der Innenstadt müsse oberste Priorität haben. Für die Altstadt solle es keine Rückbaupläne geben. Außerdem solle die Stadtvertretung über eine Neubesetzung des Aufsichtsrates der GWA nachdenken, um städtische Interessen besser durchsetzen zu können.

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