
| Auktion von Fundsachen |
von Hartmut Nieswand
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Wer lässt irgendwo eine Kassette voller guter alter Langspielplatten mit dem Titel „Märsche, Polkas, Walzer – ein volkstümlicher Reigen“ liegen? Oder eine Flasche Wodka? Oder eine goldene Gliederhalskette? Unklar, aber alles ging am Mittwoch bei der Versteigerung von Fundsachen im Neubrandenburger Rathaus „über den Ladentisch“.
Und zwar genau so, wie sich Otto Normalverbraucher eine klassische Versteigerung vorstellt. Thomas Drews als Auktionator nannte das Mindestgebot, wenn die Gebote nicht mehr kletterten, rief er „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten – verkauft!“ und ein Fahrrad, Regenschirm oder Tanga-Pack wechselte den Besitzer.
Thomas Drews von der Abteilung Einwohnerservice hatte am Mittwoch mit seinen Kollegen Martin Dassow, Sabine Domröse und dem Leiter Jörg Schmiedel den vollen Versteigerungstress, denn der Ratssaal war schon eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung knüppeldickevoll. Und das Publikum zeigte sich in guter Stimmung, weil wieder einmal eine Versteigerung stattfand. So gab es Saalapplaus für Sabine Domröse und Thomas Drews, als die beiden Kollegen als diejenigen genannt wurden, die die mit viel Papierkram verbundene Vorbereitung der Veranstaltung geschultert hatten.
Fahrräder sind Hauptattraktion
Nachdem die vorige Versteigerung am 2. Juni 2010 über die Bühne gegangen war, hatten sich mittlerweile so viele Drahtesel angesammelt, dass wieder der Hammer geschwungen werden musste. „60 Fahrräder stehen heute zur Versteigerung. Sie sind auch wieder die Hauptattraktion“, sagte Jörg Schmiedel gegenüber dem Nordkurier. Bevor die Räder aber unter den Hammer kommen, müssen sie zunächst ein halbes Jahr aufbewahrt werden, falls sich der Besitzer meldet. Gefunden werden die Drahtesel zum Beispiel auf den Neubrandenburger Wallanlagen, auf Bürgersteigen oder auch am Marktplatz-Center.
Bevor der Versteigerungshammer zum ersten Mal fiel, erklärte Thomas Drews die Regeln: Erst wird das Ausgangsgebot genannt, dann dürfen die Gebote folgen und zwar in Euro-Schritten und nicht centweise. Was ersteigert wird, ist sofort und in bar zu zahlen und mitzunehmen. So war immer Bewegung im Saal.
Der Erlös der Veranstaltung fließt ein in den städtischen Haushalt, bleibt aber vorher noch zwei Jahre lang auf einem Verwahrkonto: „Falls sich doch noch ein Eigentümer findet, der nachweisen kann, dass ihm eine versteigerte Sache gehörte“, erläuterte Jörg Schmiedel. Die Wodkaflasche durfte übrigens erst nach der Versteigerung aufgedreht werden…

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