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Angst unnötig, Vorsicht angebracht

Polizeiobermeisterin Ulrike Panster ist Präventionsberaterin bei der Polizeiinspektion Neubrandenburg. Was Rentner tun können, um sich vor Straftaten zu schützen, erzählte sie dem Seniorenbeirat. [KT_CREDIT] FOTO:nehls
Polizeiobermeisterin Ulrike Panster ist Präventionsberaterin bei der Polizeiinspektion Neubrandenburg. Was Rentner tun können, um sich vor Straftaten zu schützen, erzählte sie dem Seniorenbeirat. [KT_CREDIT] FOTO:nehls

Von unserem Redaktionsmitglied
Ingmar Nehls

Viele Rentner fühlen sich unsicher, obwohl die Statistik dagegen spricht. Mit ein paar Regeln kann man Kriminellen das Leben schwerer machen.

Neubrandenburg.Im Alter verliert man einige Fähigkeiten und die Angst wird größer. „Die Chance, sich gegen Kriminelle zu behaupten, sinkt“, stellt Werner Meyer, Vorsitzender des Seniorenbeirats, fest. Muss man aus Angst sein Eigenheim in eine High-Tech-Festung umbauen? Mitnichten, sagen die Polizei-Präventionsberater Ulrike Panster und Ino Nattermann. Sie sind als Dozenten zum Treffen des Seniorenbeirats eingeladen, um über das Thema Sicherheit für Senioren aus der Polizeipraxis zu berichten.
Die Präventionsberater sind öfter in Seniorentreffs unterwegs und sprechen zu Themen wie Enkeltrick, Internetkriminalität, Handtschenraub oder Kaffeefahrten. Die erste gute Nachricht für alle Senioren in Neubrandenburg lautet: Insgesamt fällt die Zahl der Straftaten in der Stadt. Mit 6498 Delikten liegt die Zahl 2012 unter dem Vorjahreswert von 6828 Fällen. (der Nordkurier berichtete). Die zweite gute Nachricht ist, dass Senioren kaum die Zielgruppe von Kriminellen sind. Auch wenn viele Mitglieder des Seniorenbeirats große Augen machen: Menschen über 60 Jahre machen in der Viertorestadt nur knapp sechs Prozent der Opfer von Straftaten aus, wie Polizeiobermeisterin Ulrike Panster erklärt.
„Spektakuläre Einzelfälle bestimmen das subjektive Sicherheitsempfinden“, sagte Ulrike Panster. Rentner müssten also nicht verängstigt, wohl aber vorsichtig sein. Was sie tun können, um Barrieren für Kriminelle zu bauen, zeigt Panster auch gleich auf. Bei vielen Maschen werde die Hilfsbereitschaft von älteren Leuten ausgenutzt. „Haben Sie ein Glas Wasser für mich? Kann ich die Blumen für den Nachbarn hier bei Ihnen abgeben?“, mit solchen Tricks würden sich Diebe Zutritt zu Wohnungen verschaffen, entweder um gleich zuzuschlagen oder um die Wohnung erst einmal auszuspionieren.
Ulrike Panster empfiehlt einen Türspion und auch eine vorgelegte Türsperre. „Sie sollten sich fragen, warum wenden sich diese Leute gerade an mich?“, appelliert sie an das gesunde Misstrauen. Bei zudringlichen Besuchern sei es gut, laut zu werden und Nachbarn aufmerksam zu machen. Beliebt bei Dieben sei es auch, sich als Telekom-Mitarbeiter, Monteur oder Beamter auszugeben. „Lassen Sie nur bestellte und angemeldete Handwerker rein und lassen Sie sich immer die Dienstausweise zeigen“, sagt Ulrike Panster. Wer auf einen Trick reingefallen ist, sollte sich nicht schämen, sondern unbedingt die Polizei verständigen, damit Ermittlungen aufgenommen werden können.
Weil Rentner sich verstärkt im Netz bewegen, ist auch Internetkriminalität für Senioren ein Thema. Hierzu kann Ino Nattermann einige Tipps geben. Eine Grundregel gilt auch hier: keine persönlichen Daten rausgeben.

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i.nehls@nordkurier.de

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