Nordkurier.de

Ansturm auf Kfz-Kürzel bleibt aus

VonJörg Spreemann

Autobesitzer in MV entdecken erst langsam wieder die Möglichkeit, auf traditionelle Buchstaben- kombinationen zurück- zugreifen. In der Uckermark hingegen gibt es diese Möglichkeit gar nicht.

Neubrandenburg/Uckermark.Autobesitzer in Neustrelitz und Ueckermünde haben in der Region in den vergangenen beiden Monaten am häufigsten von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, wieder die kurz nach der Wende eingeführten Kfz-Kennzeichen NZ und UEM zu nutzen.
Allerdings habe es entgegen den Erwartungen keinen Ansturm auf die traditionellen Kürzel gegeben, heißt es übereinstimmend in den Straßenverkehrsämtern der Mecklenburgischen Seenplatte und in Vorpommern-Greifswald. Nach einer Lockerung durch die Bundesregierung können seit Mitte März wieder Buchstabenkombinationen vergeben werden, die in der Vergangenheit im Zuge von Gebietsreformen abgeschafft worden waren.
Bisher haben in der Seenplatte knapp 750 Autobesitzer auf die alten Kürzel zurückgegriffen. Neben den Neustrelitzern haben insbesondere die Malchiner mit dem MC auf Tradition gesetzt. Wenig Nachfrage gab es dagegen in Waren und Röbel. „Das kann daran liegen, dass hier auch noch das MÜR verfügbar ist“, erklärt Sachgebietsleiter Peter Handsche. Allerdings gebe es in der Seenplatte bereits viele Reservierungen für Wunschkombinationen, berichtet er. In Vorpommern-Greifswald seien besonders viele Oldtimer-Fahrer auf die alten Kürzel erpicht, erläutert Kreissprecher Achim Froitzheim. Inzwischen habe sich aber herumgesprochen, dass die früher verwendeten Kombinationen verfügbar sind. Deswegen gebe es eine wachsende Zahl von Autobesitzern, die sich bei der Zulassung ihrer Fahrzeuge für die Buchstaben ihres Heimatortes oder Altkreises entscheiden. Nach Ueckermünde ist in Anklam und Wolgast die Nachfrage nach dem ANK oder dem WLG am größten.
Insgesamt haben sich in Vorpommern-Greifswald bisher 2000 Autobesitzer auf die alten Kürzel besonnen – deutlich mehr als in der Seenplatte. Als Grund dafür gilt die Unbeliebtheit des umstrittenen Kreiskürzels VG, das auch scherzhaft mit „Verlassene Gegend“ ausgesprochen wird. Autohalter in der Seenplatte können unterdessen noch nicht die Kombination MSE nutzen. Wegen einer rechtlichen Panne im Bundesrat „schmort“ die Genehmigung weiter zwischen Aktendeckeln, heißt es im Schweriner Verkehrsministerium.
Gar nicht erst mit den alten Kennzeichen beschäftigen muss sich der Landkreis Uckermark. „Wir sind kein Antragssteller gewesen, daher gibt es auch keine alten Kennzeichen“, so Kreissprecherin Ramona Fischer. Bei Neuzulassungen wird das Kennzeichen UM vergeben, TP oder PZ gibt es nur bei Altkennzeichen.

Kontakt zum Autor
j.spreemann@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×