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Arbeitsmarkt „plätschert“ in Treptow „noch vor sich hin“

VonAnke Brauns

Altentreptow gegen den Trend. Während anderswo im Kreis die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, blieb sie hier nahezu gleich.

Altentreptow.Der Arbeitsmarkt im Landkreis nimmt Fahrt auf. Die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung sinkt erneut im Vormonats- und Vorjahresvergleich. – Das kann die Agentur für Arbeit in Neubrandenburg für den Mai vermelden. Was im Landkreis insgesamt gilt, stimmt für die Region Altentreptow jedoch nur bedingt. Zwar zählt man hier durch die Frühjahrsbelebung auch 53 Arbeitslose weniger als noch im April. Im Vorjahresvergleich aber ist sogar ein Mensch mehr ohne Job registriert. 1389 Männer und Frauen sind derzeit arbeitslos, das entspricht einer Quote von 15,8 Prozent. Dass die Arbeitslosenzahl nahezu die gleiche ist wie vor einem Jahr, spricht für Ronny Steeger von der Arbeitsagentur zum einen dafür, dass Unternehmen nicht so viele Leute über den Winter entlassen haben. Andererseits konnten aber im Vergleich zum Vorjahr auch noch nicht so viele Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. „Im März und April war ja noch Winter. Der Arbeitsmarkt plätschert noch vor sich hin, beginnt jetzt erst anzuziehen“, sagt er.
Positiv hebt der Pressesprecher die langfristige Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen hervor. 49 Hartz-IV-Empfänger weniger als vor einem Jahr zeigt die Statistik für den Bereich Altentreptow. „Es ist wirklich so, dass die Langzeitarbeitslosen von der Entwicklung profitieren können, aber nur, wenn sie qualifiziert sind“, erklärt er. Denn die derzeit 40 offenen Stellen in der Region – vor allem in den Bereichen Bau, Gastronomie, Gesundheit und Soziales – würden zeigen, dass es immer schwieriger werde, Stellen zu besetzen, so Steeger.
Das gilt zunehmend auch für Lehrstellen. Bisher ist das aber noch nicht zu sehen: Derzeit stehen 51 gemeldeten Ausbildungsstellen – zwei mehr als vor einem Jahr – im Bereich Altentreptow 74 Bewerbern gegenüber. Das sind 18 weniger als im Mai 2012. Weniger Schulabgänger seien ein Grund. Den Rückgang machten aber auch Altbewerber aus, die schon vor einem oder zwei Jahren die Schule abgeschlossen haben. Der Ausbildungsmarkt ist jedoch noch stark in Bewegung, die Zahlen seien nicht sehr aussagefähig. Zudem würden sich Bewerber aus Altentreptow ja nicht nur in der Region bewerben. Ronny Steeger geht davon aus, dass man bis zum Ausbildungsstart jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen eine Lehrstelle anbieten könne.

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