Nordkurier.de

Auf dem Weg zum Traumberuf

Hauptfeldwebel Enrico Andrae im Gespräch mit interessierten Schülern. [KT_CREDIT] FOTOS : P. Jasmer
Hauptfeldwebel Enrico Andrae im Gespräch mit interessierten Schülern. [KT_CREDIT] FOTOS : P. Jasmer

Von unserem Redaktionsmitglied
Paulina Jasmer

Ob ein Job im Büro oder lieber „handfestes“ Arbeiten an der Werkbank – beim Besuch der 4. nordjob Messe in Neubrandenburg können Schüler ihrem Berufswunsch ein Stück näherkommen. Oder erst einmal überlegen, in welche Richtung es bei ihnen später gehen soll.

Neubrandenburg.Paul Tiedemann weiß, was er will: Der 16-Jährige strebt eine Ausbildung zum Mechatroniker an. Insbesondere Traktoren haben es dem Sponholzer von der Regionalen Schule Ost angetan. Technische Finessen interessieren ihn. Da kommt ihm der Stand der Neubrandenburger Stadtwerke gerade recht, denn da wird gesägt und gehämmert – ganz nach Pauls Geschmack.
Die Stadtwerke sind eine von vier Stationen, die sich Paul Tiedemann genauer ansieht. Der junge Mann gehört zu etwa 1200 Schülern aus Neubrandenburg und Umgebung, die bei der „Fachmesse für Ausbildung und Studium – nordjob Neubrandenburg“ in der Stadthalle sind.
Schon in Vorbereitung auf die nordjob, die vom Institut für Talententwicklung (IfT) in Partnerschaft mit der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern organisiert wird, sind Projektleiterin Sina Meitzner und ihre Kollegin herumgereist und haben Schüler für diese Messe begeistern können (der Nordkurier berichtete). „Das Besondere an der Messe ist eben auch diese Verbindlichkeit im Zusammenhang mit vier vorab geplanten Gesprächsterminen“, erläutert Meitzner. Die Schüler sollten sich gezielt auf Kontakte mit vier ausgewählten von insgesamt 53 auf der Messe vertretenen Arbeitgebern vorbereiten, um den Unternehmen und Bildungseinrichtungen gezielt Fragen stellen zu können.
Paul Tiedemann stattet so auch der Landesrettungsschule Brandenburg, der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges) oder der Schröder Landtechnik aus Penzlin einen Besuch ab. Das habe ihm geholfen, sich auf ein Berufsziel festzulegen, schätzt er anschließend ein.
Über zu wenige Interessenten kann sich der Stand der Bundeswehr auch nicht beklagen. Zumeist die Jungen stehen bei Hauptfeldwebel Enrico Andreae Schlange und wollen alles über die militärische Ausbildung wissen, während Oliver Radloff vom zivilen Bereich vom Bundeswehrdienstleistungszentrum Torgelow eher ein gemischtes Publikum begrüßen kann. Jungen wie Mädchen gleichermaßen fragen ihn Löcher in den Bauch. An den zwei Messetagen habe allein der Zivilbereich knapp 150 Termine mit wissbegierigen Schülern, so Oliver Radloff.
Die Spedition Gertner aus Altentreptow indes hat zwar nicht ganz so viele Besucher, aber Kristina Osterland, Prokuristin im Unternehmen, freut sich mit ihrem Team über immerhin rund 65 Termine. Vier Ausbildungsberufe bietet die Spedition an und die Fragen der zumeist männlichen Besucher am Stand seien wohlüberlegt, berichtet Kristina Osterland von ihren Erfahrungen. „Da geht es um Aufstiegschancen, um organisatorische Dinge wie den Ort der Berufsschule, aber auch ums Gehalt“, sagt sie. Dass die Zahl der Ausbildunganfänger stetig weiter sinkt, dass also jetzt eher Unternehmen um Interessenten buhlen müssen als umgekehrt, hätte die Firma natürlich bemerkt. „Und reagiert“, sagt Kristina Osterland. So sei das Bruttogehalt erhöht worden oder Berufsschulbücher würden bezahlt.
Gerade diese Firmen-Informationen sowie die Neugier und die Ideen seien bezeichnend für die Messe, so Roderich Stintzing, Geschäftsführer des IfT. Dass die Jugendlichen sich mit dem Thema Ausbildung ganz ernsthaft beschäftigen, sei ein großer Gewinn. Zwar kann Stintzing keine konkreten Zahlen nennen, wie viele Schüler sich tatsächlich nach der Messe bei den Unternehmen bewerben und wie viele letztlich auch genommen werden, aber allein eine gestiegene Schülerzahl im Vergleich zum Vorjahr sei positiv zu bewerten. Holger Hanson, Geschäftsführer der Stadtwerke, betont diesbezüglich, dass man nie genug tun könne, in (Aus-)Bildung ausreichend zu investieren.
Auch heute noch können sich angemeldete Schüler, aber auch Kurzentschlossene noch auf den Weg in die Stadthalle machen und sich über das Ausbildungsangebot informieren. Die Messe ist von 8.30 bis 14.45 offen.

Kontakt zur Autorin
p.jasmer@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×