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Auf Kriegsfuß mit der Lottofee

Von unserem Redaktionsmitglied
Udo Roll

Viele Menschen träumen von der Lotto-Million. Doch während in Brandenburg die Glückspilze wie am Fließband gekürt werden, können sich in MV weitaus weniger Spieler über einen geknackten Jackpot freuen.

Neubrandenburg/Prenzlau.Die Zocker aus Mecklenburg-Vorpommern scheinen mit der Lottofee sowieso auf Kriegsfuß zu stehen: In MV gibt es traditionell weniger Lottomillionäre als im Bundesdurchschnitt. Im vergangenen Jahr schaffte es lediglich ein Spieler, einen millionenschweren Jackpot zu knacken. „Das hätte ein bisschen mehr sein können“, bedauert die Chefin der Lotto- und Toto-Gesellschaft, Barbara Becker. Ein Lotto-Spieler aus dem Kreis Rostock hatte in der Mittwochs-Ziehung 4,17 Millionen Euro gewonnen.
Die größeren Glückspilze sitzen offenbar nebenan in Brandenburg. Dort räumte 2012 ein Tipper ganz groß ab, als er rund 14 Millionen Euro kassierte. Ohnehin werden im Nachbarbundesland Gewinner wie am Fließband gekürt: In ihrer 21-jährigen Unternehmensgeschichte schüttete die brandenburgische Lotto-Gesellschaft in 76 Fällen Millionengewinne an märkische Zocker aus. Knapp 184 Millionen Euro zahlte die Gesellschaft nach eigenen Angaben an die Hauptgewinner aus. Das Lotto-Fieber in Mecklenburg-Vorpommern hat dagegen offenbar abgenommen. Die Annahmestellen verzeichnen immer weniger Spieleinsätze. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Einsätze 2012 um vier Prozent auf 97 Millionen Euro. „Es gab keinen nennenswerten Jackpot“, erklärt Lotto-Chefin Barbara Becker.
Jeder Mecklenburger und Vorpommer gab statistisch 1,15 Euro pro Woche für das Zahlenspiel aus. „Wir halten uns damit am Ende der Tabelle in Deutschland auf“, sagte Becker. Nur bei großen Jackpots würden auch Selten- und Gelegenheitsspieler ihr Glück versuchen. „Und hören dann gleich wieder damit auf, wenn er weg ist“, so Becker.Noch enttäuschend sei der Zuspruch zu dem im März eingeführten Eurojackpot. Aus Beckers Sicht würden sich diese Variante und andere Spiele kannibalisieren. Und auch die Teilnehmerzahlen an der Internetversion des Tipp-Spiels könnten ein wenig größer sein.
Das sinkende Lotto-Interesse spüren auch die Annahmestellen in Mecklenburg-Vorpommern– ihre Zahl sank im Jahr 2012 von 532 auf 513. Laut Lotto-Chefin Becker erfolgten alle Kündigungen aufgrund des wirtschaftlichen Umfelds.

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