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Aufrüstung für den Kampf gegen die Stromfresser

VonKarl-Heinz Engel

Vor allem Personen mit geringem Einkommen haben mit steigenden Energie-
kosten zu kämpfen. Strom-
sparen aber hilft, die Haus-
haltskasse zu entlasten.

Neubrandenburg.Peter Tackmann und Monique Bröcker von der Budgetberatungsstelle der Caritas haben zunehmend mit Wohnungsmietern zu tun, die ihre Stromrechnung nicht begleichen können. Elektrizität ist teuer geworden, und sie wird infolge der Energiewende vermutlich noch teurer. Ein Kostenfaktor, den Verbraucher mit kleinem Einkommen besonders zu spüren bekommen.
Die Stadtwerke als Stromversorger von rund 45000 Kunden wollen dem vorbeugen. Stadtwerke-Sprecherin Anja Hünemörder übergab gestern an die Budgetberatungstelle 50 Energiesparpakete und zehn Stromzähler, mit dem Mieter ihren Verbrauch testen können. „Wir leihen die Geräte aus. Mieter können damit Stromfressern auf die Spur kommen“, erklärte Peter Tackmann. Er berichtete von einem Ein-Personen-Haushalt, der über 3000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht. Das ist fast das Dreifache des Normalen. Das böse Erwachen kam mit der Jahresrechnung. „Strom wird im Voraus geliefert. Das verleitet oft zum sorglosen Umgang mit Energie“, erläuterte Anja Hünemörder.
Die Stadtwerke sperrten bei der letzten Endrechnung im Januar 180 Haushalten den Strom (der Nordkurier berichtete). Dazu hätte es jedoch nicht unbedingt kommen müssen, wenn die Schuldner rechtzeitig das Beratungsangebot der Stadtwerke angenommen hätten. „In unserem Unternehmen sind dafür zwei Mitarbeiter zuständig. Ihnen sollten sich Mieter anvertrauen, bevor sie säumig werden. In der Regel werden Probleme dann behoben“, erklärte die Stadtwerke-Sprecherin.
In Zahlungsschwierigkeiten geraten vor allem Hartz-IV-Bezieher. Peter Tackmann und Monique Bröcker bieten deshalb in der Arbeitsagentur Sprechstunden an, um Hartz-IV-Empfänger sogleich vor Ort auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Verbunden ist das mit zahlreichen Energiespartipps. „Wir müssen weg von alten Gewohnheiten. Stromsparen findet im Kopf statt“, weiß auch Nicolas Mantseris von der Caritas-Schuldnerberatungsstelle. Nach seiner Erfahrung lässt sich der Verbrauch bis zu 50 Prozent reduzieren. Die Energiesparpakete der Stadtwerke kämen deshalb richtig. Sie bieten über 60 Tipps zum sinnvollen Umgang mit Strom.

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red-neubrandenburg@nordkurier.de

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