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Autofahrer vor neuer Nervenprobe

VonAndreas Segeth

Das Straßenbauamt saniert im Juli die Strecke zwischen Y-Kreuzung und Beethoven- Ring in Neubrandenburg. Wer mit dem Fahrzeug beispielsweise ins Stadtgebiet Broda will, muss einen Umweg in Kauf nehmen.

Neubrandenburg.Neubrandenburgs Oberbürgermeister Paul Krüger beugt schon mal vor: „Die Bürger werden zu Recht sehr empört sein“, sagt er. Allerdings treffe die Stadtverwaltung keine Schuld, wenn ab 1. Juli die 4400 Einwohner von Broda Seestraße, Broda Holz und Broda Höhe eine Woche lang einen Umweg von zehn Kilometern in Kauf nehmen müssen. Das Straßenbauamt Neustrelitz will zwischen 1. und 7. Juli die Fahrbahn der Bundesstraße 192 zwischen Y-Kreuzung und Einfahrt Broda Höhe sanieren. Dazu plant es unter anderem die Vollsperrung der Einfahrten in die Seestraße und in den Beethovenring. Eine Umleitung wird über Weitin und Wulkenzin führen.
Dieser zehn Kilometer lange Umweg betrifft wegen der gesperrten Seestraße nicht nur den Fernverkehr, sondern auch die Anwohner in Broda und die Besucher des Strandbades. Die Stadt Neubrandenburg habe Alternativen unterbreitet, wie man den Umweg für die Anwohner vermeiden könnte, sagt Paul Krüger gegenüber dem Nordkurier. So könnte man die Straßenbaumaßnahme in zwei nacheinander zu erledigende Abschnitte teilen. So wäre die Zufahrt nach Broda über die Seestraße gewährleistet.
Leider habe der Hinweis der Stadt keine Berücksichtigungseitens des Straßenbauamtesgefunden. „Wir haben alles versucht, um diesen Unsinn zu vermeiden“, sagt Krüger wörtlich. Durch die zehn Kilometer lange Umleitung fallen für die Anwohner insgesamt zusätzlich 480000 Fahrkilometer an, hat er ausgerechnet. Eine unnütze Ausgabe von Ressourcen, Zeit und eine Umweltsünde dazu, so Krüger.
Beim Straßenbauamt in Neustrelitz versichert man, dass die Neubrandenburger Argumente eingehend geprüft worden seien. Am 10. Juni sollen die Pläne ausführlich vorgestellt werden. Amtsleiter Jens Krage erklärt, dass man die Alternativvorschläge der Stadt aus vielschichtigen Gründen verwerfen musste. So habe die Entscheidung einerseits mit dem engen Bauablaufplan zu tun. Schwerwiegender sei allerdings die Gefährdung der Verkehrssicherheit, die eine Linksabbiegespur nur für Anwohner mit sich bringe, heißt es zudem aus dem Amt.

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a.segeth@nordkurier.de

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