Februar 23, 2012
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Auto/Kfz von Jörg Spreemann

Autofrühling mit Umzug ins neue Haus

Die Kfz-Branche der Region startet zuversichtlich in die Fahrzeugsaison und meldet eine gute Auslastung der Werkstätten. In Neubrandenburg erweitert ein Autohändler seine Geschäfte an einem neuen Standort.

Geschäftspartner: Lutz Fiebrich (rechts) und Nico Zenke richten sich mit ihrem Autohaus am Stadtrand von Neubrandenburg ein.  FOTOs (2): Jörg Spreemann
Geschäftspartner: Lutz Fiebrich (rechts) und Nico Zenke richten sich mit ihrem Autohaus am Stadtrand von Neubrandenburg ein. FOTOs (2): Jörg Spreemann
Neubrandenburg (nk)  

„Viele Hersteller produzieren einfach nicht mehr so viel Autos auf Halde“, schätzt Michael Wegner ein. Der Geschäftsführer der Kfz-Innung Neubrandenburg weiß von Wartezeiten von bis zu sechs Monaten bei bestimmten Modellen, darunter Geländewagen. Das sei auch eine Folge der Krise vor wenigen Jahren. „Fahrzeuge werden oft direkt nach Kundenwunsch hergestellt“, sagt er. Die Kfz-Branche gehe mit dem Rückenwind eines Geschäftsjahres, das unter dem Strich zufriedenstellend verlaufen sei, zuversichtlich in die neue Autosaison.

 


Diese Einschätzung treffe auch auf die Werkstätten zu. „Rund 90 Prozent der Betriebe berichten von einer guten Auslastung“, so Wegner. Nicht eingetreten sei in den rund 200 Meisterbetrieben mit rund 1000 Beschäftigten in der Region die Befürchtung, dass die Abwrackprämie, durch die der Kauf vieler Neuwagen gefördert worden war, in den Werkstätten zu Auftragsmangel führe. „Demnächst stehen für die ersten Autos aus jener Zeit die ersten Hauptuntersuchungen an“, berichtet er. Die Branche halte angesichts der derzeitigen Lage ihre Personaldecke stabil. „Teilweise wird sogar Servicepersonal gesucht“, betont Wegner. Zudem zeichne sich der Trend ab, dass Lehrlinge oft von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen würden. „Das war früher eher seltener der Fall“, erinnert sich der Experte.

 


Einen Autofrühling der besonderen Art erlebt Lutz Fiebrich. Er ist mit Verkauf und Service der Marken Mitsubishi und Hyundai in das Gewerbegebiet Hellfeld am Neubrandenburger Stadtrand gezogen. Damit sagt er einem historischen Gemäuer ade: Vor 18 Jahren hatte er genau in dem Gebäudekomplex, in dem zu DDR-Zeiten Trabi, Wartburg und Lada verkauft wurden, sein Autohaus eröffnet. „Die bauliche Substanz war jetzt am Ende“, begründet er. Zudem sei der Servicebereich aus allen Nähten geplatzt. „Wir konnten wegen des Platzmangels keinen Arbeitsplatz für Mechaniker mehr einrichten“, beschreibt er die Situation. Am alten Standort in der Johannesstraße betreibe das Unternehmen auch künftig einen Verkaufspavillon.

 

Das Soziale sollte man nicht außer Acht lassen


In Hellfeld startet Fiebrich gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Nico Zenke im Autohaus der Fahrzeugdienst Neubrandenburg GmbH (FDN), die in die Insolvenz gegangen war. „Wir haben 13 Mitarbeiter übernommen, weil wir das Soziale nicht aus den Augen verlieren wollen“, berichtet Fiebrich. Zu den seit vielen Jahren betreuten Marken sei jetzt Fiat dazugekommen – sowohl die Pkw als auch die Transporter. „Wir erhoffen uns davon mehr Firmenkunden“, erklärt er. Insgesamt beschäftige das Autohaus in Neubrandenburg 26 Kollegen. Fiebrich fühlt sich bei seinen Plänen von seiner Haubank, der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, gut unterstützt. „Die haben auch in der Vergangenheit zu uns gehalten“, lobt er.

 


Als er 1994 in Neubrandenburg sein Autohaus eröffnet habe, seien die Planungen für Neubrandenburg noch von 80 000 statt heute 65 000 Einwohnern ausgegangen, schaut er zurück. Der Rückgang der Bevölkerungszahlen sei in den Folgejahren von einem Verdrängungswettbewerb im Autohandel begleitet worden. Der demografische Wandel führe zudem dazu, dass das Durchschnittsalter der Käufer steige. „Darauf müssen wir uns natürlich einstellen“, sagt Fiebrich. Er sieht sich auch bei steigenden Benzinkosten mit seiner Modellpalette gut aufgestellt. Die Käufer schauten neben den Preisen auch verstärkt auf den Verbrauch, berichtet er. Kunden würden oft Vergleiche und Angebote aus dem Internet mitbringen.

 

Obwohl Fiebrich ein Elektroauto von Mitsubishi vor der Ladentür zu stehen hat, glaubt er für die Region nicht an einen schnellen Durchbruch für die Technologie. „Dafür sind die Reichweiten einfach nicht groß genug“, begründet er seine Einschätzung. Weil der öffentliche Nahverkehr weniger Verbindungen anbiete, blieben die Leute auf ihr Auto angewiesen. Sei vor Jahren noch das Frühjahr die Jahreszeit mit den meisten Verkäufen gewesen, verteile sich heute der Handel doch aufs ganze Jahr. „Vor allem müssen wir mit Kaufanreizen dafür sorgen, dass die Kunden kommen“, schätzt er ein.

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