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Bei Fusionen soll niemand bevormundet werden

VonAnke Brauns

Will man uns außen vor lassen? In mancher Gemeindevertretung wird heftig über die Fusions-Arbeitsgruppe diskutiert. Gut so, meint der Amtsvorsteher.

Altentreptow.„Wenn das dazu führt, dass die Leute in den Gemeinden wachgerüttelt werden und diskutieren, haben wir ein Ziel erreicht“, findet Manfred Komesker (CDU). Der Amtsvorsteher spielt auf die recht heftige Reaktion der Grischower Gemeindevertreter an. Sie kritisierten, dass Bürgermeister Peter Driemecker allein zu einem Gespräch mit der Arbeitsgruppe eingeladen war, die Modelle für neue Gemeindestrukturen im Amtsbereich erarbeiten soll (der Nordkurier berichtete). Das sei ein Alleingang, die Gemeinde hätte sich vorher positionieren müssen, finden sie. Sie habe das Gefühl, Einmischung sei unerwünscht, so die berufene Bürgerin Christine Stein.
Ganz im Gegenteil, betont Manfred Komesker. Er denke zwar schon, dass ein Bürgermeister „mal ein Meinungsbild für die Gemeinde abgeben kann“. Vor allem wolle man aber, dass sich die Gemeindevertretungen ihre Meinung dazu bilden, „sich mit dem Für und Wider auseinander setzen, es soll niemand bevormundet werden“. Er habe ausdrücklich um eine intensive Diskussion in den Gemeinden gebeten, als die Arbeitsgruppe ins Leben gerufen wurde, erinnert er.
Mit den meisten Bürgermeistern haben Vertreter der Arbeitsgruppe bereits gesprochen, zwei Gespräche stehen noch aus, so Komesker. Im Wesentlichen hätten sich drei Gruppen herauskristallisiert. Zum einen diejenigen, die zu Fusionen bereit seien – wegen der finanziellen Lage oder auch, weil es schwierig sei, Leute fürs Bürgermeisteramt oder für die Gemeindevertretung zu finden. Dann gebe es die, die sich eine Fusion zwar vorstellen können, aber gern „hart umkämpfte Töpfe“ sichern wollten, zum Beispiel Einnahmen aus der Windkraft, so Komesker. „Die dritte Gruppe ist eher gegen Fusionen. Vor allem diejenigen, bei denen die Gemeinde auch für das gesellschaftliche Leben, für Feiern, Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit verantwortlich ist. Da gibt es berechtigterweise Angst vor Verlusten“, so Komesker.
Als Diskussionsgrundlage hat die Arbeitsgruppe drei mögliche Modelle eingebracht: ein Zusammengehen aller Gemeinden mit Altentreptow, ein Eins-plus-Zwei-Modell mit der Stadt und zwei Gemeinden, die den ehemaligen Amtsbereichen entsprechen, sowie ein Eins-plus-Vier-Modell mit der Stadt und vier Gemeinden, die den früheren Gemeindeverbänden entsprechen.
Finanzielle Zusagen vom Land fehlen noch. Das Innenministerium müsse erst klären, ob eine „gewisse Entschuldung“ möglich sei. Man wünsche sich darüber hinaus Investitionsmittel und denke nach, „welche Investitionen den Amtsbereich voranbringen würden“, so Komesker.

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