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Beim Anglerverein beißt Umwelt-Stiftung an

Jürgen Graumann ist Mitglied im Anglersportverein, der dem Mühlenteich neues Leben eingehaucht hat. [KT_CREDIT] FOTOs (2): D. Kleindienst
Jürgen Graumann ist Mitglied im Anglersportverein, der dem Mühlenteich neues Leben eingehaucht hat. [KT_CREDIT] FOTOs (2): D. Kleindienst

VonDenny Kleindienst

In Groß Teetzleben interessieren sich Angler nicht nur für den dicksten Fisch. Sie sorgen auch für das Wohlergehen der Gewässer.

Groß Teetzleben.„Der Mühlenteich war tot“, sagt Jürgen Graumann vom Teetzlebener Angelsportverein. „Er war verschlammt und überdeckt mit Entengrütze.“ Ein richtiger Teppich hatte sich auf dem Wasser gebildet und im Teich haben kaum noch Fische gelebt. Mit einem toten Gewässer können Angler aber nichts anfangen. Die Vereinsmitglieder haben den Dorfteich daher im letzten Jahr zu ihrem Projekt gemacht.
Ein knappes Jahr später, im März 2013, bewilligte die „Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung“ dem Angelsportverein Fördermittel in Höhe von 6700 Euro. Die Teetzlebener sind der erste Angelsportverein im Land, der in diesem Rahmen gefördert wird. Ihr Projekt hat damit Früchte getragen. Schon jetzt ist der Mühlenteich ein anderer als noch vor einem Jahr. Nachdem der Totbewuchs entfernt war, wurden neue Nahrungsfische und später auch neue Raubfische im Teich eingesetzt. Ein neuer Zufluss wurde angelegt, der vom Mühlenbach in den Teich hineinführt. Seitdem wird der Teich durchspült und die Fische bekommen genügend Sauerstoff. „Wir haben wieder ein lebendiges Flusssystem entwickelt“, sagt Jürgen Graumann. Auch um den Mühlenteich herum scheint das Leben wieder zu erblühen. Der zuvor ziemlich zugewucherte Auenwald ist nach den vorgenommenen Baumarbeiten wieder lichtdurchflutet. Die Angler haben auch begonnen, einen Rundweg um den Teich anzulegen.
Jürgen Graumann ist es ernst damit, wenn er sagt: „Wir sind Naturschützer.“ Als solche haben sie noch einiges vor: Der gesamte Tierbestand soll sich durch die verbesserten Bedingungen vergrößern. Zu Sumpfmeise und Rotkehlchen sollen Pirol und Trauerschnäpper hinzukommen. Anemonen und Buschwindröschen sollen den Pflanzenbestand ergänzen. Man will aber kein abgeschlossenes Naturschutzgebiet, sondern ein Naherholungsgebiet mitten in Groß Teetzleben schaffen – inklusive Naturlehrpfad, Hinweistafeln und Sitzbänken. „Und der Mühlenteich ist erst der Anfang“, sagt Jürgen Graumann und erzählt von Renaturierungsplänen für den namenlosen Teich in Klein Teetzleben und den Kaluberhofer See.
Der Vergaberat der norddeutschen Stiftung würdigte das Konzept der Angler „als tollen Beitrag zum lokalen Naturschutz und zur Umweltbildung.“ Und ein ehemaliges Mitglied war so angetan davon, dass es mit über
80 Jahren wieder in den Anglerverein eintrat – als mittlerweile ältestes Mitglied.

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d.kleindienst@nordkurier.de

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