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Berufsschule fühlt sich von Plänen überrumpelt

VonIngmar Nehls

Mit den Plänen zur Veränderung der Berufsschullandschaft wurde die Berufliche Schule Wirtschaft und Verwaltung in Neubrandenburg überrumpelt.

Neubrandenburg.Der Vorschlag der Verwaltung, die Ausbildung der Steuerfachangestellten ab 2015 nach Greifswald abzugeben, hat die Lehrer der Beruflichen Schule Wirtschaft und Verwaltung in Neubrandenburg ziemlich überrascht, wie die stellvertretende Schulleiterin Monika Wiese unserer Zeitung mitteilt. „Dieser Vorschlag wurde in keiner der vorab geführten Gesprächsrunden zwischen Schulleitern und Verwaltung thematisiert“, sagt Monika Wiese.
Dabei habe die Abgabe der Steuerfachangestellten bereits in einem Ergebnisprotokoll vom 23. April gestanden, das die Amtsleiter der beiden Kreise unterschrieben haben. Die Entscheidung steht also schon länger fest, dennoch habe die Schulleitung der Beruflichen Schule, an der die Steuerfachangestellten ausgebildet werden, von dieser geplanten Veränderung erst aus der Beschlussvorlage des Kreistages erfahren.
„Unsere Betroffenheit und unser Widerstand ist vor allem dadurch begründet, dass mit diesem Ausbildungsberuf eine stabile Säule im Profil unserer Schule abgegeben wird. Die Zahlen der Auszubildenden sind seit Jahren konstant und erfüllen die vom Bildungsministerium geforderte Mindestschülerzahl von 20 in den Eingangsklassen“, sagt Monika Wiese. Allein 29 Auszubildende in diesem Beruf kommen aus Neubrandenburg, weitere 16 aus Neustrelitz, weitere 9 aus Waren, andere aus Stavenhagen, Friedland und anderen Gemeinden. Für diese Auszubildenden wird sich ab 2015 der Weg zur Berufsschule verlängern. „Mir ist bewusst, dass der Entwurf als Gesamtpaket zur Sicherung der beruflichen Ausbildung im Kreis beiträgt. Auch wir verschließen unsere Augen nicht vor dem Rückgang der Lehrlingszahlen“, betont Monika Wiese. Dass ihre Fachlehrer die Pläne zuerst aus der Zeitung erfahren mussten, stimme sie dennoch sehr traurig.
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I. nehls@nordkurier.de

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