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Berufsschullehrer verzweifelt gesucht

Die Deutsche Milchkontor GmbH gehört zu den Partnern der Hochschule für den dualen Studiengang „Lebensmitteltechnologie“. Hier ein Blick in den Altentreptower Betrieb.  FOTO: brauns
Die Deutsche Milchkontor GmbH gehört zu den Partnern der Hochschule für den dualen Studiengang „Lebensmitteltechnologie“. Hier ein Blick in den Altentreptower Betrieb. FOTO: brauns

Von unserem Redaktionsmitglied
Frank Wilhelm

Dem Land gehen die Berufsschullehrer aus – auch für den Pflegebereich. Mit einem neuen Studiengang will die Neubrandenburger Einrichtung gegensteuern.

Neubrandenburg.„Eigentlich sind wir schon viel zu spät dran. Jetzt müssten die ersten Absolventen an die Berufsschulen gehen“, sagt der Neubrandenburger Hochschul-Professor Roman Oppermann. „Kohorten von Berufsschullehrern“ für die Pflegeberufe gehen Jahr für Jahr in den Ruhestand. Nachwuchs kommt kaum nach. Neubrandenburgs Antwort:Der Studiengang Berufspädagogik für Gesundheitsfachberufe, der aber erst zum Wintersemester 2013 startet, mit zunächst 15 Plätzen.
Lange, so deutet Rektor Micha Teuscher an, habe man mit der Universität Rostock und dem Bildungsministerium um den neuen Studiengang ringen müssen. Denn die klassische Lehrerausbildung werde in Mecklenburg-Vorpommern nur an den Unis in Rostock und Greifswald angeboten. Letztlich hätten aber die Erfahrungen der Neubrandenburger im Fachbereich Gesundheit, Pflege, Management für die Zusammenarbeit gesprochen, so Teuscher. Studenten können nun zunächst sieben Semester lang in der Viertorestadt fachwissenschaftliche Kenntnisse büffeln, um sich anschließend in drei Semestern die pädagogischen Kompetenzen in Rostock anzueignen. Der Vorteil des Angebots, so Teuscher: Die Berufsschullehrer können anschließend in ganz Deutschland arbeiten.
Nicht nur mit diesem neuen Studiengang wollen die Neubrandenburger möglichst viele Bewerber aus anderen Bundesländern locken. Potential wird auch für den dualen Bachelor-Studiengang Lebensmitteltechnologie gesehen, den es so bislang in Deutschland nicht gibt. Angesprochen werden junge Leute, die neben der Ausbildung als Fachkraft für Lebensmitteltechnik auch noch ein Studium absolvieren wollen – und vor allem können. Denn, so Teuscher, Studium und Ausbildung gleichzeitig zu bewältigen, sei eine Herausforderung. Die sich allerdings lohnt. Denn beide Abschlüsse kann man kompakt in nur 4,5 Jahren erreichen. Der Bedarf ist vorhanden. Eine Umfrage unter 200 lebensmittelverarbeitenden Betrieben ergab, dass sich die Unternehmen die Kombination von Studium und Ausbildung wünschen. Mittlerweile gibt es 20 Kooperationsbetriebe. Zuletzt kam die Deutsche Milchkontor GmbH hinzu, die unter anderem in Dargun, Waren und Altentreptow Milchprodukte herstellt und händeringend qualifizierten Nachwuchs sucht.
Schließlich legt die Hochschule ein neues Fernstudium „Angewandte Betriebswirtschaftslehrer“ auf. Unternehmen können ihre Mitarbeiter damit beispielsweise für die Personalführung qualifizieren. Auch hier gebe es viel Bedarf in der Region, so Teuscher.

Über diese und andere Studienangebote wird beim Hochschulinformationstag informiert, der morgen um 10 Uhr beginnt.

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