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Betrunkene Radler 2012 nicht an Unfällen beteiligt

VonPaulina Jasmer

Wer als Radfahrer zu tief ins Glas geschaut hat, sollte seinen Drahtesel besser stehen lassen. Jetzt ist für Radler eine neue Promillegrenze im Gespräch. Einige Befürworter wollen sogar noch weiter gehen.

Altentreptow.Zickzacklinien auf der Straße oder auf dem Gehweg: Radfahrern, die zu viel „getankt“ haben, könnte es bald früher an den Kragen gehen. So werden auf Seiten der Politik derzeit schärfere Gesetze diskutiert, die Grenze für Radfahrer von 1,6 Promille zu senken – alles was bisher darüber liegt, gilt bei Radfahrern als Straftat. Jetzt ist in der Diskussion, dass dies schon ab 1,1 Promille – wie bei Autofahrern – vorliegen soll (der Nordkurier berichtete). Zwar ist in Altentreptow im vergangenen Jahr und bis einschließlich 31. Mai 2013 kein alkoholisierter Radfahrer in einen Unfall verstrickt worden, aber involviert waren trotzdem einige Pedalritter, wie eine Nachfrage bei Eike Wiethoff von der Polizeiinspektion Neubrandenburg ergab.
So habe es 2012 vier registrierte Verkehrsunfälle mit Radfahrern gegeben. Dreimal seien die Unfälle von Radlern verursacht worden. Einer von ihnen haben sich dabei leicht verletzt. In diesem Jahr habe es bisher einen Zwischenfall mit einem Pedalritter gegeben.
Das sind erfreuliche Nachrichten für die Region, die eigentlich dafür sprechen, dass der jetzige Promillegrenzwert nichts mit Unfällen zu tun haben muss. Doch selbst wenn dem so sei, begrüßt Marita Scharf vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) die Möglichkeit, die Promillegrenze für Radfahrer zu senken. Wenn es nach ihr ginge auch gleich auf 0,0 Promille. „Mit dem Fahrrad ist man genauso ein Verkehrsteilnehmer wie ein Autofahrer – die gleichen Rechte bedeuten dann auch die gleichen Pflichten“, sagt die Frau vom Kreissportbund in Altentreptow auf Nachfrage. Auch wenn hier in diesem Zusammenhang keine Vorfälle vorliegen würden, sei man doch als Autofahrer in anderen Städten unterwegs und dort gebe es schließlich auch Fahrradfahrer, die ihrer Meinung nach nun stärker an das Fahren ohne Alkohol auch gesetzlich gebunden werden sollten.

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