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Bezaubernder „Pestvogel“ ist weit gereist

Neubrandenburg.Ungewöhnliche Gesänge erklingen derzeit auf dem Neubrandenburger Wall. Ein Schwarm Seidenschwänze hat sich diesen Ort zum Kurzzeit-Domizil erwählt und macht nun mit seinen typischen sirrenden Rufen auf sich aufmerksam, die Ähnlichkeit mit einem klimpenden Schlüsselbund haben.
Die Heimat dieses ungewöhnlichen Vogels – er sieht mit seinem lachsfarbenen Gefieder, der auffälligen Federhaube und den bunten gelben und roten Flecken auf seinen Flügeln aus wie ein afrikanischer Exot – ist Nordskandinavien. Zu uns nach Deutschland kommen die geselligen Vögel in unregelmäßigem Rhythmus in der kalten Jahreszeit, wenn in ihrer Heimat die Nahrung knapp wird – in der Hauptsache die Beeren von Ebereschen. Auf dem Wall und in der näheren Umgebung plündern sie derzeit die Misteln und lassen sich im Wallgraben zum Trinken nieder.
Es gibt regelrechte Invasionsjahre, in denen die Vögel hierzulande in Massen auftreten, und es wohl zum Teil nicht mehr in die Brutgebiete zurück schaffen. Vor 500 Jahren deuteten die Menschen hierzulande das unregelmäßige Auftreten des Vogels als bösen Omen, und noch heute heißt der hübsche Wintergast in den Niederlanden „Pestvogel“.sh

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